Nach acht Jahren kehren die Olympischen Spiele der Nomadensportarten in ihr Ursprungsland Kirgistan zurück. Der Sport wird jedoch fast zur Nebensache.

Beliebter Sport: Mix aus Polo und Rugby, bei dem zwei berittene Teams um einen Ziegenkadaver ringen

ZUMA Press/imago

Für eine Eröffnungsfeier wie diese sind moderne Stadien erfunden worden: Während im Hintergrund eine riesige Animation der Alatoo-Berge leuchtet, umkreisen Dutzende Reiter Hunderte nomadisch kostümierte Tänzer. Neben den rund 2.000 Sportlerinnen und Sportlern der teilnehmenden Nationen schreiten animierte, hausgroße Schneeleoparden, Bären und Hirsche durch die Arena. Selten war die Floskel „keine Kosten und Mühen gescheut“ so passend wie bei der Eröffnung der World Nomad Games 2026. Auch das Stadion zählt dazu. Die Bischkek-Arena, in der Form einer stilisierten kirgisischen Jurte gehalten, wurde erst am Tag vor den Spielen fertig und ist mit 51.000 Sitzen nun das größte Sportstadion Zentralasiens.

Die World Nomad Games sind eine kirgisische Erfindung und fanden bis vergangenen Sonntag zum mittlerweile sechsten Mal statt. Im Zentrum stehen das nomadische Erbe sowie Sportarten wie das berittene Bogenschießen, Strategie- und Geschicklichkeitsspiele mit Schafsknochen oder diverse Ringdisziplinen. Die größte Aufmerksamkeit in den Algorithmen und vor Ort wurde Kök Börü zuteil: ein Mix aus Polo und Rugby, bei dem zwei berittene Teams um einen Ziegenkadaver ringen. Mit leicht unterschiedlichen Regeln wird der Sport vor allem in Kirgistan und Kasachstan professionell betrieben.