Ein Paradigmenwechsel: Grundschulen in Norddeutschland verzichten vermehrt auf klassische Hausaufgaben und verlagern das Üben in den Schulalltag.
Hausaufgaben in der Schule: ein eingereichtes Endprodukt, vielleicht mithilfe von KI geschaffen?
Jens Büttner/dpa
An der Grundschule Nortorf in Schleswig-Holstein startet der Unterricht mit einer freien Arbeitsstunde. Was die Kinder lesen und woran sie arbeiten, entscheiden sie dabei selbst. Schulleiterin Astrid Krüger berichtete dem NDR zuletzt, dass es einen längeren Prozess der Auseinandersetzung darüber gab, welchen Nutzen Hausaufgaben überhaupt hätten. Seit Februar vergangenen Jahres verzichtet die Schule auf klassische Hausaufgaben, da sie auch zur Ungleichheit beim Lernen beitrage.
Die Schule steht damit nicht allein. In Schleswig-Holstein gibt es laut Bildungsministerium mehrere Schulen, die bereits ohne Hausaufgaben arbeiten oder vorhaben sie im klassischen Sinne abzuschaffen. Erfasst wird die Anzahl dieser Schulen nicht, auch bundesweit fehlt eine Statistik. Laut einer Antwort des niedersächsischen Kultusministeriums auf eine Kleine Anfrage der CDU vom November vergangenen Jahres verzichteten neun Grundschulen in Hannover auf Hausaufgaben, 13 weitere planten den Schritt. Als Gründe führen sie vor allem Chancengerechtigkeit an, weil viele Kinder zu Hause keine Unterstützung bekämen, sowie den entfallenden Kontrollaufwand für Lehrkräfte.







