Drohnenvorfall in Leipzig : Russland schließt deutsches Generalkonsulat in St. Petersburg07.09.2026, 16:37Lesezeit: 2 Min.Russland verschärft im Streit mit Deutschland die Gangart: Moskau lässt nun auch das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg schließen.Russland schließt als Reaktion auf Maßnahmen der Bundesregierung nach dem Drohnenvorfall von Leipzig das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg. Das Generalkonsulat müsse seine Arbeit bis spätestens 18. September einstellen, teilte das russische Außenministerium mit. Zudem müssten die Mitarbeiter der Goethe-Institute Russland bis zum 13. September verlassen.Moskau reagiert damit auf die Schließung des eigenen Konsulats in Bonn und des Kulturzentrums Russisches Haus in Berlin. Deutschland hatte diesen Schritt mit einem mutmaßlichen russischen Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle begründet, was Russland als absurd bezeichnete.„Es waren die deutschen Behörden, die wieder einmal eine neue Eskalationsrunde in den bilateralen Beziehungen provoziert haben“, erklärte das russische Außenministerium. Die Bundesregierung trage die volle Verantwortung für die Folgen.Vergangene Woche hatte die russische Regierung bereits angekündigt, die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg zu schließen. Die Bundesregierung bedauerte diesen Schritt.Deutsche Maßnahmen sind „schwerer Fehler“Kremlchef Wladimir Putin nannte die deutschen Strafmaßnahmen einen „schweren Fehler“ und sprach von gefälschten Belegen. Außenminister Sergej Lawrow nannte die deutschen Vorwürfe gegen Moskau wegen des versuchten Sprengstoffanschlags am Flughafen in Leipzig gar den „Beginn eines echten Krieges“.Die deutschen Sanktionen wie die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Kulturinstituts in Berlin erinnerten ihn an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, sagte Lawrow.Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine Drohne mit einem Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen Transportflugzeugs gefunden worden. Eine Explosion gab es nicht. Später wurden zwei weitere Drohnen gefunden. Nach längerer Prüfung schrieb die Bundesregierung Anfang September den versuchten Anschlag russischen Geheimdiensten zu.Berlin geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine Ziel verdeckter Einsätze russischer Nachrichtendienste ist.Die Schließung in St. Petersburg steht im Zusammenhang mit einer Reihe gegenseitiger Einschränkungen der diplomatischen Präsenz.Bereits 2023 hatte die Bundesregierung Russland den Betrieb von vier seiner damals fünf Generalkonsulate in Deutschland untersagt. Zuvor hatte Moskau die Zahl der deutschen Staatsbediensteten in Russland auf 350 begrenzt. Deutschland schloss daraufhin seine Generalkonsulate in Kaliningrad, Jekaterinburg und Nowosibirsk; die Botschaft in Moskau und das Generalkonsulat in St. Petersburg sollten zunächst erhalten bleiben.Die Bundesregierung verwies damals auf das Prinzip der Gegenseitigkeit, um eine Ausgewogenheit der beiderseitigen Vertretungen herzustellen.Russland hatte nach deutscher Darstellung mehrere Hundert deutsche Diplomaten, Lehrer und Beschäftigte der Goethe-Institute zur Ausreise gezwungen. Infolge der Spannungen wurden die Vertretungen beider Länder bereits stark ausgedünnt; konsularische Dienstleistungen waren teilweise nur noch eingeschränkt oder mit längeren Wartezeiten verfügbar.
Russland schließt deutsches Generalkonsulat in St. Petersburg
Russland verschärft im Streit mit Deutschland die Gangart: Moskau lässt nun auch das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg schließen.










