Klein, putzig, zwitschernd: Doch in vielen Großstädten tummeln sich deutlich weniger Haussperlinge, besser bekannt als Spatzen. Fachleute rätseln noch über die Ursache.
07.09.2026, 13.16 Uhr
Spatz sitzt auf einem Teller: Bestand um 70 Prozent eingebrochen
Seit einigen Jahren beobachtet der Biologe Jörg Böhner in Berlin eine beunruhigende Entwicklung: Die Zahl der Haussperlinge sei immens geschrumpft. »Sie liegt inzwischen rund 70 Prozent niedriger als noch 2021.« Auch der Naturschutzbund (Nabu) Berlin berichtet basierend auf der Zählung »Stunde der Gartenvögel« von einem »freien Fall« der Spatzenbestände in der Stadt. »Und das Schlimme ist: Wir wissen immer noch nicht, was die Ursache ist«, hieß es.
Eigentlich gilt der Spatz als einer der weltweit zahlreichsten Wildvögel – er bevölkert alle Kontinente bis auf die Antarktis. Doch in den vergangenen Jahren sind die Bestände in vielen Großstädten deutlich zurückgegangen. »Aus den Zentren von Großstädten wie London oder Amsterdam ist der Haussperling so gut wie verschwunden, und im gesamten Verbreitungsgebiet ist die Art auf dem Rückgang«, schreibt der Evolutionsbiologe Glenn-Peter Sætre in seinem gerade erschienenen Buch »Der Spatz«. In Norwegen sei der Haussperling 2021 sogar auf der Roten Liste gefährdeter Arten gelandet.






