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Wer in Berlin über Verkehr spricht, landet schnell bei dem verkürzten Konflikt: Bist du für oder gegen das Auto? Das ermüdet alle, denn hinter den Bedürfnissen steckt selten das Fortbewegungsmittel selbst. Es geht um Zeit, Sicherheit und Lebensqualität: Dass der Bus für Berufstätige nach Plan fährt. Dass Jugendliche in Kaulsdorf abends noch nach Hause kommen. Dass ein Kind allein zur Schule radeln kann, ohne dass den Eltern angst und bange wird. Dass Handwerk, Pflegedienst und Lieferverkehr zuverlässig durchkommen.
Eine Stadt mit weniger Autos, zuverlässigem Nah- und sicherem Radverkehr ist machbar. Wie sie funktioniert, wissen wir inzwischen ziemlich genau. Die Konzepte liegen vor – mit Zahlen, Zuständigkeiten und Vorschlägen zur Finanzierung. Nur erklärt die Politik diese Lösungsansätze zu wenig und bindet die Menschen nicht in die Abwägungen ein. Sie fragt uns weder, wo diese Stadt in 15 Jahren stehen soll, noch was vor der eigenen Haustür zumutbar wäre. Es fehlt zweierlei: eine gemeinsame Vorstellung davon, wie wir in Berlin zusammenleben wollen, sowie belastbare Ziele, die einen Regierungswechsel überstehen.






