Immersives Theater in Duisburg: Bei der Ruhrtriennale verklärt Performance-Legende Marina Abramović mit einer spektakulären Show archaische Balkan-Riten.
Kann man so „Die Götter erschrecken, um den Regen aufzuhalten“? Ting Lee in „Balkan Erotic Epic“
Marco Anelli
Vor einem Jahr war bei dem Festival „Transart“ in Bozen die mehr als 25 Jahre alte Performance „The composer“ von Marina Abramović zu sehen, reenacted von der irischen Künstlerin Kira O’Reilly. Auf der Bühne saß das Spitzenensemble Klangforum Wien als „Frozen Orchestra“, in aktiver Spielhaltung, aber lautlos, auf einem Steg davor balancierte O’Reilly mit einer lebendigen Schlange in den Händen einen zarten und zugleich kraftvollen Zeitlupentanz.
Das war eine subtile Reflexion über stumme Präsenz, das Phänomen der Musik als gestaltete Zeit und das archetypische Bild einer Frau mit Schlange. Eine hoch konzentrierte Abramović-Arbeit aus jener Zeit, als ihre Kunst noch eher ein Randphänomen für Eingeweihte des Kunstbetriebs war. Das ist lange her. Inzwischen ist Abramović längst eine Marke des Achtsamkeits-Zweigs der Kunstwelt und im globalen Mainstream angekommen.








