Eine junge Frau will die Ungleichbehandlung in öffentlichen WCs nicht akzeptieren und verklagt die Stadt Wien. Wird sie Erfolg haben?
Wer muss zahlen fürs stille Örtchen? In Wien müssen nur Frauen zahlen, am Bahnhof Hamburg-Altona niemand
Marcus Brandt/dpa
E r ging einfach durch, sie musste zahlen. Melanie Gradik und ihr Begleiter standen im Wiener Stadtpark vor derselben Toilette – und das stille Örtchen kam sie teurer zu stehen als ihn. 50 Cent kostet der Gang in die Kabine, während das Pinkeln am Pissoir, naturgemäß nur für Männer nutzbar, gratis ist. Gleichberechtigung endet anscheinend an der Klotür.
Während sich viele stumm ärgern, wollte es die 27-jährige Gradik nicht dabei belassen. Sie klagt nun gegen die Stadt Wien, und zwar nach deren eigenem Antidiskriminierungsgesetz. „Natürlich ist es eine Kleinigkeit, aber es ist ein Beispiel für die Ungleichbehandlung von Frauen im Alltag“, sagte die Wienerin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.






