Die meisten Fans auf den Tribünen wollten Ferrari ganz vorne sehen, die Eindrücke sprachen für Mercedes – doch als es ernst wurde am Samstagnachmittag in Monza, da war plötzlich ein Auto in Rosa das schnellste: Pierre Gasly raste auf die Pole Position, vor George Russell im Mercedes. Das war überraschend für die Experten, für die Fans und auch für Gasly selbst.„Unglaublich“, sagte der Alpine-Pilot, „ein unglaubliches Qualifying. Ich habe neun Jahre lang versucht, in der Formel 1 auf die Pole zu fahren, und jetzt klappt es hier. Diese Strecke ist definitiv etwas Besonderes.“Besondere Beziehung zu MonzaDenn Gasly, der im nahegelegenen Mailand lebt, hat eine spezielle Beziehung zu diesem Hochgeschwindigkeitskurs: 2020 gewann er in Monza sensationell im AlphaTauri, bis heute sein einziger Sieg in der „Königsklasse des Motorsports“. Überhaupt war es ein Ergebnis für Statistikfreunde: Erstmals seit 1997 steht wieder ein Franzose auf der Pole. Jean Alesi schaffte es damals im Benetton – und zwar ebenfalls in Monza.Für Gasly war es zudem ein schöner Trost, denn am Tag zuvor hatte er eine juristische Niederlage eingesteckt: Nach dreimonatigem Hin und Her wurde ihm sein Podiumsplatz von Monaco aberkannt. Am Samstag bedankte sich nun in fließendem Italienisch bei den Tifosi für die Unterstützung, und die hatten zumindest ein wenig Grund für warmen Applaus. Ferrari sorgte dafür am Samstag jedenfalls eher nicht.Die „eigenen Regeln“ von MonzaCharles Leclerc und Lewis Hamilton starten nur von den Plätzen vier und fünf ins Heimrennen am Sonntag (15.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky). Im ersten Training hatten sie noch den Ton angegeben, anschließend wirkte Mercedes stärker – letztlich mussten sich beide dem eigentlich unterlegenen Alpine geschlagen geben.Monza habe eben „seine eigenen Regeln“, so ordnete es Sky-Experte Ralf Schumacher ein, die Charakteristik der Hochgeschwindigkeitsstrecke sei nicht vergleichbar mit den anderen Stationen im Kalender: „Autos, die aerodynamisch effizient sind, können hier stark sein.“Und so wird sich der WM-Kampf am Sonntag zumindest zu Rennbeginn hinter der Pole Position abspielen, Russell und Hamilton bietet sich eine große Chance: WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im anderen Mercedes wurde hinter Max Verstappen (Red Bull) zwar Siebter, er muss aber am Ende des Feldes starten: Aufgrund eines Motorenwechsels wird er in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Russell und auch Hamilton gehen mit einem Rückstand von jeweils 59 Zählern auf Antonelli an den Start.Leclercs Hoffnung: „Wir brauchen einen guten Start“Der junge Italiener peilt bei opoptimalemerlauf eine Platzierung unter den Top 5 an, bei Ferrari hofft man auf Besserung am Renntag und auf einen Angriff auf Russell. „Wir brauchen einen guten Start, unsere Renngeschwindigkeit ist recht stark“, sagte Leclerc.Mit Gasly als Gegner im Kampf um den Rennsieg rechnen die Topteams offenbar eher nicht. „Die haben ein richtig gutes Quali-Auto, das hat keinerlei Luftwiderstand“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Im Rennen ist es eine ganz andere Sache, da brauchst du ein Auto, das über die Distanz gehen kann.“Allerdings, sagte der Österreicher: „Hier auf den Geraden schnell zu sein, hilft immer.“
Formel 1: Pierre Gasly sichert sich Pole Position in Monza
Nicht Russell, Hamilton oder Antonelli – Pierre Gasly startet am Sonntag von Platz eins in den Großen Preis von Italien. Im Qualifying überrascht er im Alpine und kann das später selbst kaum fassen.










