PfadnavigationHomePolitikNiedersachsenGrünen-Fraktionsvize fordert Prüfung von Atom-Projekt mit RusslandStand: 05.09.2026Lesedauer: 2 MinutenJulia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen)Quelle: Sebastian Gollnow/dpaGrünen-Fraktionsvize Julia Verlinden verlangt eine neue Sicherheitsprüfung für die Atomfabrik in Lingen. Der russische Staatskonzern Rosatom darf dort trotz russischer Bedrohung an Brennelementen mitwirken.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie Vizechefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, fordert eine Prüfung der Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom bei der Herstellung von Brennelementen im niedersächsischen Lingen. „Ich fordere die Bundesregierung auf, eine neue Sicherheitsbewertung der Atomfabrik in Lingen vorzunehmen“, sagte Verlinden der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter eines Staates, der Deutschland längst nicht mehr nur hybrid bedroht, in einer niedersächsischen Atomfabrik ein- und ausgehen.“Lesen Sie auchDurch eine bundespolitische Neubewertung von Sicherheitsfragen könne die Genehmigung der Atomanlage in Lingen geändert und der Einfluss Russlands unterbunden werden, sagte Verlinden der Zeitung. „Nicht zuletzt sind strengere Sicherheitsvorkehrungen in Lingen auch eine Frage der Glaubwürdigkeit gegenüber unseren europäischen Partnern zum Beispiel in Nordeuropa und im Baltikum.“Das niedersächsische Landesumweltministerium hatte im Juli auf Anweisung des von Carsten Schneider (SPD) geführten Bundesumweltministeriums und entgegen eigener Bedenken die Zusammenarbeit mit Rosatom in Lingen genehmigt, wenn auch unter Auflagen. Der russische Staatskonzern soll dort direkt in die Produktion einbezogen werden.Darum geht es bei dem VorhabenKonkret geht es um ein Vorhaben des Kraftwerksunternehmens Advanced Nuclear Fuels (ANF), eine Tochter des französischen Atomkonzerns Framatome. ANF plant, in Lingen zusätzlich zu den bisherigen Brennelementen auch sechseckige Brennelemente des russischen Typs VVER herzustellen. Dafür will die Framatome-Tochter mit Rosatom zusammenarbeiten und dabei auch russische Komponenten und Technologien nutzen.Das Projekt wird schon länger kritisch gesehen – Kritik kam bereits im Juli vom Vorsitzenden des Parlamentarischen Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestages (PKGr), CDU-Politiker Marc Henrichmann. Der CDU-Politiker warnte vor Sicherheitsrisiken: „Während sich die russische Führung mit dem Beginn des Angriffskrieges aus der friedlichen Staatengemeinschaft entfernt hat, versuchen sie über Umwege weiterhin zentrale Knotenpunkte unserer kritischen Infrastruktur, beispielsweise im Energiesektor, unter ihrer Kontrolle zu halten“, sagte Henrichmann. „Diese Entwicklungen müssen wir frühzeitig erkennen und entschieden bekämpfen.“Die Geschäftsführerin vom Umweltverband BUND, Verena Graichen, sagte damals: „Die Zusammenarbeit mit Rosatom stellt ein unkalkulierbares Risiko für die innere und äußere Sicherheit dar“.AFP/lay