Ob Donald Trump wohl zur Beerdigung von König Harald V. am nächsten Mittwoch nach Oslo kommt? Was dafürspräche: Norwegen hat viel Öl. Und in Oslo wird der Friedensnobelpreis vergeben, den der amerikanische Präsident unbedingt haben will. Ansonsten mag er auch royalen Pomp. Trump hat den Monarchen nie getroffen und dennoch seiner am vergangenen Freitag gedacht: „Sehr traurig vom Tod von König Harald von Norwegen zu hören – ein starker, stolzer und hoch angesehener Mann“, schrieb Trump einen Tag, nachdem der Neunundachtzigjährige gestorben war, auf seiner Plattform Truth Social.Mit Donald Trump rechnet in Oslo ernsthaft niemand, doch andere Staatsoberhäupter vor allem aus den europäischen Königshäusern haben ihr Kommen schon fest zugesagt. Die Ersten waren König Philippe und Königin Mathilde aus Belgien sowie König Frederik X. und Königin Mary aus Dänemark. Das dänische Königspaar sollte eigentlich vom 8. bis 10. September auf Staatsbesuch in Belgien sein, der Termin wurde nun verschoben.Kommen zur Beerdigung: Der belgische König Philippe (Mitte) und seine Frau, Königin Mathilde, waren erst im März auf Staatsbesuch in Norwegen. Hier besuchen sie zusammen mit dem damaligen Kronprinzen Haakon die Oper in Oslo.ReutersAuch die frühere dänische Königin Margrethe II., der japanische Kronprinz Akishino und seine Frau Kiko, König Felipe VI. von Spanien und seine Frau Letizia, der Großherzog von Luxemburg, Guillaume V. und seine Frau Stéphanie sowie sein Vater Henri, Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein mit seiner Frau Sophie, König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia aus Schweden mit fast der gesamten Familie, das jordanische Königspaar, Abdullah II. und Rania, und Fürst Albert II. aus Monaco werden erwartet.Spekuliert wird noch, ob fürs britische Königshaus Prinzessin Anne mit ihrem Mann, Sir Timothy Laurence, anreisen wird: Anne ist die Patentante von Haakon VIII. Fest zugesagt hat auch schon der niederländische König Willem-Alexander mit seiner Frau Máxima, seiner Tochter, Kronprinzessin Catharina-Amalia, und seiner Mutter, Prinzessin Beatrix.In Spanien gibt es noch zwei KöniginnenBeatrix war auf den Tag genau 33 Jahre lang die Königin der Niederlande. Sie dankte am 30. April 2013 zugunsten ihres Sohns Willem-Alexander ab. Und damit es im Land nicht zwei Königinnen gibt, nahm sie wieder ihren ursprünglichen Titel an, Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Beatrix der Niederlande. In Spanien hingegen gibt es noch zwei Königinnen: Nach der Abdankung König Juan Carlos I. im Jahr 2014 erließ die spanische Regierung ein Dekret („Real Decreto 470/2014“), das Juan Carlos und seiner Frau Sofía gestattete, ihre Titel als König und Königin sowie die Anrede „Majestät“ ehrenhalber und aus Respekt vor ihrer historischen Rolle behalten zu dürfen.Drei Königinnen: Elisabeth II. (links) wartet im Jahr 1952 mit ihrer Großmutter Maria (Mitte) und ihrer Mutter Elisabeth auf den Sarg des verstorbenen Königs Georg VI. vor der Westminster Hall.Picture AllianceIm Vereinigten Königreich gab es im vorigen Jahrhundert für kurze Zeit sogar einmal drei Königinnen: Königin Maria, die Großmutter von Elisabeth II. und Witwe von König Georg V.; Königin Elisabeth, die Mutter von Elisabeth II. und Witwe von König Georg VI.; und Königin Elisabeth II. Sie war 1952 gerade Monarchin geworden. Damit es zu keinen Verwechslungen kam, bekam Maria nach dem Tod ihres Manns im Jahr 1936 den Titel „Queen Dowager“ („Königinwitwe“), den sie selbst aber nicht mochte.Ihre Schwiegertochter Elisabeth wurde nach dem Tod ihres Manns im Jahr 1952 als „Queen Elizabeth the Queen Mother“ bezeichnet, im Volksmund wurde daraus das liebevoll gemeinte „Queen Mum“. Beide waren Königinnen, als Ehefrauen an der Seite des Monarchen aber offiziell nur eine „Queen Consort“, eine Königin-Gemahlin. Elisabeth II. war Monarchin. Das Dreiköniginnenjahr endete nach rund 14 Monaten mit dem Tod von Königin Maria am 24. März 1953.Auch in Norwegen gibt es nun zwei Königinnen, und nach offizieller Lesart des Hofs in Oslo bleibt das auch so: Königin Sonja, die Witwe von Harald V., und Königin Mette-Marit, die Frau des neuen Königs Haakon VIII. Einziger Unterschied: Bisher wurde Sonja mit „Hennes Majestet Dronning“ angesprochen, „Ihre Majestät die Königin“. Der Zusatz fällt bei ihr nun weg, neue Majestäten sind Mette-Marit und Haakon.Königin Sonja, auch schon 89 Jahre alt, wird sicher weiter eine große Rolle im Königshaus spielen. Ihr Mann starb am vergangenen Freitag, einen Tag vor dem 58. Hochzeitstag von Sonja und Harald. Die beiden hatten sich schon im Juni 1959 kennengelernt, doch weil sie eine Bürgerliche war, verweigerte der damalige König Olav V. dem Kronprinzen neun Jahre lang seine Zustimmung zu einer Ehe.Die Familie des neuen Königs sagt einfach „Danke“Als in dieser Woche der Sarg Haralds V. erstmals zu sehen war, lagen daneben auch einige Kränze mit weißen Blumen und bestickten Bändern der engeren Familienmitglieder. Auf einem Band war Sonjas Monogramm zu erkennen und eine schlichte Botschaft an ihren Mann: „Danke für ein gutes Leben“. Ein zweiter Kranz war vom neuen König Haakon VIII., seiner Frau Mette-Marit, ihren Kindern, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, sowie von Haakons Stiefsohn Marius Borg Høiby unterzeichnet. Er trug zudem nur ein einziges Wort: „Takk“ – „danke“. Ein dritter Kranz war von König Haralds Tochter, Prinzessin Märtha Louise, ihrem Ehemann Durek Verrett und den drei Töchtern der Prinzessin: „Vielen Dank für alles, lieber Vater, Großvater und Schwiegervater.“Ein letzter Gruß von Königin Sonja: Neben ihrem Monogramm hat Haralds Witwe noch den Satz „Danke für ein gutes Leben“ auf das Band ihres Kranzes sticken lassen.AFPBeigesetzt in Deutschland wurde in dieser Woche am Dienstag auch ein Kaiser, Otto der Große. Genauer: Er wurde wieder beigesetzt. Sein Grabmal im Magdeburger Dom war 20 Monate umfassend saniert worden. Die sterblichen Überreste eines der mächtigsten Herrscher des Mittelalters waren im Januar 2025 vorsichtig geborgen worden und wurden nun feierlich in einem neuen Titansarg in den restaurierten Kalksteinsarkophag im Hohen Chor des Doms wieder eingesenkt.An der Zeremonie nahm auch Georg Friedrich Prinz von Preußen mit seinem Cousin Christian Ludwig teil. Die beiden sind über unzählige Generationen hinweg – wie alle Mitglieder europäischer Königshäuser – mit Otto dem Großen (912 bis 973) verwandt, auch wenn dieser zum Geschlecht der Liudolfinger gehörte und das Haus Hohenzollern, dem Georg Friedrich angehört, erst im elften Jahrhundert in der Geschichte auftauchte. Otto war 936 als Herzog von Sachsen zum König des Ostfrankenreiches gekrönt und 962 in Rom zum Kaiser erhoben worden. Er machte Magdeburg zu einem Mittelpunkt seiner Herrschaft, und die Stadt wurde auf sein Betreiben 968 Sitz eines Erzbistums.„Wir geben Otto seine Totenruhe zurück“, sagte der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer bei einem ökumenischen Gottesdienst am Dienstag. „Otto war Christ. Sein Glaube hat ihm immer vor Augen geführt, dass es eine höhere Macht gibt, der er sich zu verantworten hat“, so Kramer, der dies auch heutigen Politikern wünsche: „Ein Rassist kann nicht Deutscher sein. Dem lasst uns fröhlich widerstehen mit dem Geist Ottos, mit dem Geist der Liebe statt des Hasses.“Lange leitete die „Fürstin“ die Niederlassungen von Christie’sIn Deutschland wurde am Mittwoch zudem eine „Fürstin“ zu Grabe getragen, die über ihren ersten Mann und Sohn mit allen europäischen Königshäusern in Kontakt stand: Charlotte Fürstin zu Hohenlohe-Langenburg. In Langenburg lebte sie von 1965 bis 1990, nach ihrer Scheidung heiratete sie 1993 Johann Freiherr von Twickel und war fortan Charlotte Reichsfreifrau von Twickel. Die gebürtige Prinzessin von Croÿ, eine Kunsthistorikerin, die lange für das Auktionshaus Christie’s die Niederlassungen in München und Frankfurt geleitet hatte, hat großen Anteil am Wiederaufbau von Schloss Langenburg.Der Stammsitz der Familie mit einer fast neunhundertjährigen Geschichte war im Januar 1963 teilweise abgebrannt. Charlotte heiratete 1965 den jungen Kraft Fürst zu Hohenlohe-Langenburg. Seine Mutter Margarita war eine Prinzessin von Griechenland und Dänemark und die älteste Schwester von Prinz Philip, dem Mann der britischen Königin Elisabeth II. Gemeinsam stellten Kraft und Charlotte das Schloss wieder her. Ein Höhepunkt für die beiden war im Mai 1965 der Besuch Elisabeths II. mit ihrem Mann in Langenburg im Landkreis Schwäbisch Hall.Besuch auf Schloss Langenburg im Jahr 1965: Nach dem Schlossbrand begleiten unter anderen Prinz Philips Schwester Margarita zu Hohenlohe-Langenburg (links), Prinzessin Charlotte von Croÿ (hinten in der Mitte) und Kraft Fürst zu Hohenlohe-Langenburg (rechts) die britische Königin Elisabeth II. und ihren Ehemann durch den Stammsitz der Familie.Picture AllianceDabei hielt der damalige Bürgermeister eine englische Begrüßungsrede mit so starkem deutschem Akzent, dass selbst die Monarchin sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte: „Jor Mädschästie, jor Roil Hainess, se sidisens of Langeburg ar wäry gräidvull of se wisid.“ Als Gastgeschenk gab’s für Ihre Majestät eine Langenburger Spezialität, an der sich angeblich auch schon Königin Viktoria erfreut hatte: Wibele, ein Biskuitgebäck, geformt aus zwei zusammenhängenden Teigtropfen. Es blieb bei diesem einen Besuch der Königin.Ihr Mann aber, Prinz Philip, war noch mehrere Male bei seiner älteren Schwester und ihren Kindern und Enkeln. Seit 2004 ist Charlottes Sohn Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg Chef des hochadeligen Hauses. Sein „Cousin Charles“, wie er ihn nennt, war zuletzt 2013 bei ihm im Schloss. Er selbst wurde mit seiner Frau Saskia von der Königin mehrfach nach London eingeladen, zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton, zum Pferderennen Royal Ascot und auch zur Beerdigung des Bruders seiner Großmutter, Prinz Philip.
Die Woche bei den Royals: Norwegen hat nun zwei Königinnen
Mette-Marit ist nun „Ihre Majestät“, Königin Sonja verabschiedet sich rührend von ihrem Mann, und kommt Donald Trump womöglich zur Beerdigung Haralds V. nach Oslo? Unser royaler Wochenrückblick.















