Der Goldschakal ist der kleine, etwas schräge Bruder vom Wolf. Nun breitet er sich in Deutschland und Europa immer stärker aus – leise und unbemerkt.

Martina Berg/Zoonar/imago

Zur Deeskalation beginnt dieser Text über ein neues Raubtier in heimischen Gefilden mit einer rührenden Geschichte. In Baden-Württemberg tauchte unlängst ein Goldschakal auf, der offensichtlich die Fürsorge für eine Füchsin und ihre Jungen übernommen hatte, quasi als Bonusvater im Tierreich. Wie das Verhältnis zum leiblichen Fuchsvater ist, konnte auf den Wildkameras nicht festgehalten werden. Die Patchworkfamilie wirkte aber recht glücklich.

Nach diesem herzerwärmenden Einstieg soll die positive Grundstimmung erhalten bleiben. Denn emotionale Diskussionen wie nach der Rückkehr des Wolfes sind beim Goldschakal eher nicht zu erwarten, obwohl er eng mit ihm verwandt ist und sich zunehmend in Europa ausbreitet.

Doch zu den Fakten: Der Goldschakal ist deutlich kleiner als der Wolf, ziemlich scheu und eher dämmerungsaktiv. Er lebt in Paaren oder kleinen Familienverbänden. Bei schlechten Lichtverhältnissen und großer Distanz könnte man ihn für einen struppigen Fuchs oder schlanken Hund halten. Sein ursprünglicher Lebensraum sind die Halbwüsten und Steppen in Asien und Südosteuropa. In den letzten Jahren verlagerte sich sein Lebensraum aber immer weiter in den Norden, selbst in Norwegen wurde er schon gesichtet.