Der Luftalarm in Kiew endet nicht mehr mit der Nacht. Seit vergangener Woche schickt Russland kleine Gruppen schneller Angriffsdrohnen beinahe rund um die Uhr auf die ukrainische Hauptstadt und ihr Umland. Geschäfte unterbrechen den Betrieb, Menschen müssen während der Arbeit Schutz suchen. Bei neuen Warnungen ziehen sich mitunter selbst Rettungskräfte von bereits getroffenen Orten zurück.Eine zentrale Rolle spielen dabei neue russische Jet-Drohnen. Anders als die älteren Shahed-Modelle werden sie nicht von einem Kolbenmotor mit Propeller, sondern von einem Strahltriebwerk angetrieben. Dadurch fliegen sie deutlich schneller und sind schwerer abzufangen.
Am Dienstag berichtete Reuters von Drohnenschwärmen über Kiew und dem Umland, darunter viele der neuen Modelle mit Strahltriebwerk. Es war der sechste Angriffstag in Folge. Am Mittwoch trafen weitere russische Drohnen Lagerhallen in Kiew und im Umland, wie AP berichtete.Wie stark Russland den Einsatz dieser Waffen ausgeweitet hat, zeigte die folgende Nacht: Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe griff das russische Militär landesweit mit 163 Drohnen an. Ungefähr die Hälfte davon sei strahlgetrieben gewesen. Die Luftabwehr habe 135 Flugkörper abgeschossen oder elektronisch gestört. Einschläge wurden demnach an 15 Orten registriert. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.







