In der Nacht zum 5. August wird am Flughafen Leipzig eine Drohne entdeckt, beladen mit Sprengstoff. Offenbar sollte sie ein ukrainisches Transportflugzeug beschädigen. Zehn Tage später finden Ermittler eine weitere Drohne auf einem Feld in der Nähe des Flughafens – und Spuren des militärischen Sprengstoffs Hexogen. Spätestens jetzt ist klar: Die Täter wollten in Leipzig nicht nur drohen.
Wochenlang hält sich die Bundesregierung bedeckt. Innenminister Alexander Dobrindt spricht zunächst nur von »fremden Mächten«. Im Kanzleramt arbeitet ein geheimer Stab von Beamten aus Sicherheitsbehörden, Nachrichtendiensten und Ministerien an der Frage: Wer steckt hinter dem Anschlagsversuch? Dann liefert ein ausländischer Nachrichtendienst einen brisanten Hinweis. Mehrere Beteiligte sollen dem russischen Geheimdienst zugeordnet werden können. Möglicherweise sind sie sogar nach Deutschland eingereist und haben den Sprengstoff selbst deponiert.Am 1. September spricht die Bundesregierung schließlich aus, worauf viele seit Wochen warten: Sie macht Russland für den Anschlag verantwortlich. Außenminister Johann Wadephul sagt, Russland trete Deutschland mit »offener Feindseligkeit« entgegen. Innenminister Dobrindt erklärt: »Deutschland wird sich wehren.« Es sind ungewöhnlich klare Worte.Die Bundesregierung verhängt eine Reihe von Gegenmaßnahmen. Das russische Generalkonsulat in Bonn soll geschlossen werden, der Vertrag über das Russische Haus in Berlin wird gekündigt. Die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige werden verschärft, der Druck auf Russlands Schattenflotte soll steigen. Zugleich kündigt Wadephul weitere Maßnahmen der Nachrichtendienste an.Hören Sie hier die aktuelle Folge:











