Für die Brandopfer von Crans-Montana geht es Schritt für Schritt zurück in den AlltagVon den 42 schwer brandverletzten Menschen, die nach der Katastrophe von Crans-Montana in den beiden Rehabilitationskliniken der Suva behandelt wurden, sind noch 10 in stationärer Behandlung.Annegret Mathari, Sitten02.09.2026, 19.36 Uhr3 LeseminutenVertrauen als oberste Priorität: Patrick Meier, Fachspezialist für Verbrennungen, in der Rehaklinik Bellikon.Cyril Zingaro / KeystoneFür die Brandopfer von Crans-Montana spielt die Rehabilitation in den beiden Suva-Kliniken in Sitten (VS) und Bellikon (AG) eine wichtige Rolle auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Seit dem Brandunglück an Neujahr haben die Suva-Kliniken bisher 42 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Zurzeit befinden sich noch zehn von ihnen in stationärer Behandlung, zwei weitere werden demnächst aufgenommen. Die Brandopfer von Crans-Montana sind durchschnittlich 20 Jahre alt, und ihre Körperoberfläche wurde durchschnittlich zu 51 Prozent verbrannt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Integrierte VersorgungDie Versorgung der Verletzten erfolgte von Beginn an durch eine enge nationale und internationale Zusammenarbeit. Bei der Akutversorgung spielten die auf Brandverletzungen spezialisierten Universitätskliniken Zürich und Lausanne eine entscheidende Rolle. Einige Patientinnen und Patienten wurden von Spitälern in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien aufgenommen. Doch die Rehabilitation wurde von Anfang an mitgedacht.Entscheidend sei eine integrierte Versorgung, die auf den gesamten Behandlungsweg ausgerichtet sei, führte Gianni Roberto Rossi, CEO der beiden Suva-Kliniken, am Mittwoch in Sitten vor den Medien aus. «Die Rehabilitation muss früh einbezogen werden, damit die Übergänge von der Akutmedizin über die stationäre Rehabilitation bis zur ambulanten Nachsorge möglichst nahtlos gelingen.»Rehabilitationsmassnahmen sind individuell auf den Gesundheitszustand, den Heilungsverlauf und die Bedürfnisse der Verletzten abgestimmt. Das Ziel der Rehabilitation ist es, Funktionen zu erhalten oder zurückzugewinnen, die Selbständigkeit zu fördern und die Auswirkungen der Verletzungen auf das tägliche Leben so weit wie möglich zu reduzieren.Wenn die Leute «seltsam» schauenJe nach Situation stehen zunächst Schmerzmanagement, Wundversorgung, Narbenbehandlung und die Beweglichkeit im Vordergrund. Der Weg zurück in einen möglichst selbständigen Alltag kann Monate oder auch Jahre dauern.Zunächst können alltägliche Tätigkeiten wie sich waschen, essen, sich anziehen oder die Mobilität eine grosse Herausforderung darstellen. «Die Rehabilitation der schwer Brandverletzten ist kein Sprint, sondern ein Marathon», erklärte die Chefärztin Maria Iakova der Westschweizer Rehabilitationsklinik Sitten.Schwer brandverletzte Menschen können jedoch lebenslang eingeschränkt bleiben. Die Suva-Kliniken verfügen auch über Teams von Psychiatern und Psychologen, die traumatisierte Patientinnen und Patienten begleiten. Sie unterstützen die Betroffenen beispielsweise, damit umzugehen, wenn die Leute «seltsam» schauen, weil Verletzte vielleicht durch Narben entstellt sind. Auch Menschen, bei denen Amputationen vorgenommen worden seien, brauchten eine solche Begleitung, sagte Rossi.Kompressionsbekleidung, Masken und MundspreizerAls Schlüssel der Rehabilitation gilt in den Suva-Kliniken eine interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie und technischer Orthopädie. Je nach medizinischer Indikation werden auch individuell angepasste Hilfsmittel wie Kompressionsbekleidung, Handschuhe oder Gesichtsmasken mit Silikon-Inlays eingesetzt; Silikon hält die Narben feucht.Die Kompressionsanzüge auf verbrannter Haut seien nicht angenehm, sagte Patrick Meier, Fachspezialist für Verbrennungen an der Rehaklinik Bellikon. Aus diesem Grund werde die Kompression schrittweise verstärkt. Wichtig sei auch, dass die Patientinnen und Patienten die Kompressionsanzüge mit der Zeit selbst anziehen könnten. Dazu seien manchmal mehr Reissverschlüsse nötig.Man müsse immer wieder neue Lösungen finden, sagte Meier. In Crans-Montana habe es viele Gesichtsverletzungen gegeben. Sein Team habe deshalb beispielsweise einen Mundspreizer entwickelt. Die oberste Priorität sei jedoch, das Vertrauen der Patientinnen und Patienten zu gewinnen und ihnen vor allem zuzuhören.
Für die Brandopfer von Crans-Montana geht es Schritt für Schritt zurück in den Alltag
Von den 42 schwer brandverletzten Menschen, die nach der Katastrophe von Crans-Montana in den beiden Rehabilitationskliniken der Suva behandelt wurden, sind noch 10 in stationärer Behandlung.






