Regierungschef Péter Magyar zieht das Vermögen mehrerer Stiftungen des früheren Ministerpräsidenten Orbán ein. Ein Tätigkeitsverbot ist das nicht.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Orbán hält 2019 die Eröffnungsrede zum Thema Migration. Titel: „Die größte Herausforderung unserer Zeit?“

Marton Monus/dpa

Die Rückabwicklung der Ära Orbán in Ungarn geht weiter: Ministerpräsident Péter Magyar entzieht dem ungarischen Mathias Corvinus Collegium (MCC) die staatliche Unterstützung. Sein Vorgänger Viktor Orbán hatte den rechtskonservativen Thinktank zur Kaderschmiede ausgebaut und mit Milliardengeldern ausgestattet.

Die Einrichtung mit Hauptsitz in Budapest begann 1996 als Stipendien- und Talentförderungsprogramm. Später kamen Forschungsinstitute, ein Buchverlag und mehrere eigene Medien hinzu. Im Lauf von Orbáns Regierungszeit bekam das Institut eine (neu-)rechte und illiberale Schlagseite und wurde zu einem wichtigen Sprachrohr der regierenden Fidesz, auch im Ausland. Die jährliche Konferenz „MCC Feszt“ holte rechte Spitzenpolitiker wie AfD-Chefin Alice Weidel und Österreichs Ex-Regierungschef Sebastian Kurz nach Ungarn.