Israel hat nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz Pläne zur Umsiedlung von Palästinensern aus dem Gazastreifen. Die USA müssten demnach aber noch klären, wohin sie umgesiedelt werden könnten. »Ohne diese Migration gibt es letztendlich keine wirkliche Lösung für den Gazastreifen«, sagte Katz auf einer Konferenz, die von der israelischen Nachrichtenwebsite Ynet und der Zeitung »Yedioth Ahronoth« veranstaltet wurde.

Die israelische Regierung sei bereit, die Menschen aus Gaza »herauszuholen – auf dem Seeweg, auf dem Luftweg, auf jedem erdenklichen Weg«, fuhr er fort. Die US-Botschaft verwies bei Anfragen nach einer Stellungnahme an das Außenministerium in Washington.US-Präsident Donald Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit Empörung ausgelöst, als er forderte, dass alle zwei Millionen Palästinenser den Gazastreifen verlassen sollten. Trump sprach davon, den Küstenstreifen, der nach dem Überfall der islamistischen Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel durch israelische Angriffe verwüstet wurde, in ein Luxusurlaubsziel umzugestalten. Nach heftigem Widerstand unter anderem aus Ägypten, das ebenfalls an den Gazastreifen grenzt, rückte Trump davon ab.

Der israelische Verteidigungsminister sagte ohne Nennung einer Quelle, 80 Prozent der Menschen im Gazastreifen wollten den Küstenstreifen verlassen, doch die Hamas hindere sie daran. Die Zwangsumsiedlung von Zivilisten in besetzten Gebieten gilt gemäß den Genfer Konventionen als Kriegsverbrechen.Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu besuchte derweil Soldaten im Gazastreifen und schloss deren Rückzug aus. »Wir kontrollieren das Gebiet. Wir ziehen uns nicht zurück. Wir halten diese Linie«, sagte er in der Nähe der sogenannten Gelben Linie. Sie trennt die Gebiete unter der Kontrolle der israelischen Armee und der Hamas voneinander.