Nach der Ankündigung weiterer Sanktionen gegen Russland wegen des Drohnenvorfalls am Flughafen in Leipzig hat Moskau den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft einbestellt. Der Diplomat Bernd Finke sei am Mittwoch wegen der »antirussischen Handlungen und Äußerungen der deutschen Behörden« einbestellt worden, erklärte das russische Außenministerium im Onlinedienst Telegram. Das Ministerium veröffentlichte zudem ein Video, das Finke bei seiner Ankunft zeigt. Der neue Botschafter Clemens von Goetze ist demnach nicht in der Stadt.Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse belegten zusammengenommen eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig. Russland habe den »hybriden Angriff« daher »zu verantworten«.Russland bestreitet, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete Deutschlands Schritt als »erneuten schweren Fehler«, der den Interessen des deutschen Volkes zuwiderlaufe. Der Schritt hänge mit den »bevorstehenden Wahlkämpfen« in Deutschland zusammen.Das russische Außenministerium kündigte eine »spiegelbildliche« Reaktion auf Deutschlands neue Strafmaßnahmen an. Als denkbar gilt eine Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in Sankt Petersburg. Schon in der Vergangenheit hatten beide Seiten im Zuge von Sanktionen wechselseitig Konsulate geschlossen.
Moskau bestellt deutschen Diplomaten wegen »antirussischer« Äußerungen ein
Die Bundesregierung reagiert auf den Anschlagsversuch in Leipzig und sanktioniert Russland. Von dort kommt nun ein erster Konter: Ein deutscher Diplomat wurde ins Außenministerium zitiert.













