Die deutsche Energieinfrastruktur ist erneut Ziel eines Sabotageaktes geworden. Nach dem Anschlag in Brandenburg sei ‌es am Dienstagabend auch im rheinischen Rommerskirchen im Umfeld der Amprion-Umspannanlage zu einem Vorfall gekommen, teilten der Energiekonzern RWE und der Anlagenbetreiber Amprion am Mittwoch mit.

Durch einen Kurzschluss seien mehrere Leitungen ausgefallen, erklärte ein Polizeisprecher. RWE teilte mit, infolge des Vorfalls seien fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke im Rheinischen Revier mit einer Kapazität ‌von 4200 Megawatt (MW) vom Netz gegangen. Die Stromversorgung der Bevölkerung sei aber nicht beeinträchtigt gewesen. Inzwischen wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (74; CDU). „Das war Absicht. Wer da ran geht, greift unser Land an“, so Reul. „Wir prüfen zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus.“

Brandenburgs Innenminister nimmt „linksextremes Spektrum“ und „fremde Mächte“ ins VisierDer Zwischenfall in Rommerskirchen ereignete sich kurz nach dem Anschlag auf ein Umspannwerk nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. Unbekannte haben dort den ‌Behörden zufolge versucht, einen großflächigen Stromausfall auszulösen, indem sie leitfähiges Material in ein Umspannwerk schossen. Ein größerer Ausfall wurde verhindert, aber ein Kraftwerksblock fiel kurzzeitig aus.