Nicht mal Stillstand, sondern Rückwärtsgang: Po­li­ti­ke­r:in­nen setzen wieder mehr auf Verbrennerdienstwagen. Die Umwelthilfe fordert mehr E-Autos.

Auch der Bundespräsident war schon oft eher klimaschädlich unterwegs, hier 2018 in Düsseldorf

Michael Gstettenbauer/imago

Als Cem Özdemir noch Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft war, machte er regelmäßig Schlagzeilen mit seinem klimafreundlichen Gefährt. An der Spree entlang durchs Berliner Regierungsviertel, auf dem Weg zu Terminen mit dem Bundespräsidenten: Immer wieder wurde der Grüne auf dem Fahrrad gesichtet. Einen Dienstwagen hatte Özdemir damals wie heute, als baden-württembergischer Ministerpräsident, trotzdem – aber immerhin einen recht sparsamen, vollelektrischen.

Viele andere deutsche Spit­zen­po­li­ti­ke­r:in­nen nutzen hingegen wieder vermehrt Verbrenner als Geschäftswagen, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in ihrem diesjährigen Dienstwagencheck ermittelt hat. Demnach ist der Anteil der Dienstwagen mit Verbrennungsmotor höher als noch vor einem Jahr, der Anteil vollelektrischer Dienstwagen ist seitdem sowohl auf Landesebene, als auch im Bund gesunken. Die Po­li­ti­ke­r:in­nen hätten den Rückwärtsgang beim Klimaschutz eingelegt, kritisiert der Umweltverband deshalb.