Russlands Machthaber Wladimir Putin: Deutschland im Visier

Die Bundesregierung sieht einen russischen Geheimdienst als Urheber des versuchten Sprengstoffanschlags Anfang August auf den Leipziger Flughafen.Nach SPIEGEL-Informationen haben sich die Erkenntnisse über eine oder mehrere mutmaßlich an der Tat beteiligte Personen im Zuge der Ermittlungen so weit verdichtet, dass die Bundesregierung beabsichtigt, diese Details noch am Dienstag öffentlich zu verkünden und den Anschlagsversuch einem russischen Geheimdienst zuzuordnen. Damit macht sie Russland erstmals direkt für die Attacke verantwortlich. Zuerst hatte die »Bild«-Zeitung berichtet.

Ukrainische Antonow-Frachtflugzeuge am Flughafen Leipzig

Um welchen der russischen Geheimdienste es sich handelt und welche Konsequenzen die Bundesregierung ziehen will, war zunächst nicht bekannt. Innerhalb der Bundesregierung war in den vergangenen Tagen intensiv über ein Maßnahmenpaket diskutiert worden, das Strafen für die mutmaßliche Beteiligung staatlicher russischer Stellen an dem versuchten Anschlag in Deutschland enthält.

Ausweisung von DiplomatenDem Vernehmen nach ist die Ausweisung weiterer russischer Diplomaten geplant, die Schließung des letzten noch geöffneten russischen Generalkonsulats in Bonn wurde in den vergangenen Tagen ebenfalls debattiert. Möglicherweise soll zudem das Russische Haus in Berlin geschlossen werden, das offiziell als Kultureinrichtung firmiert, aber auch von den russischen Geheimdiensten genutzt wird. Von einer Befassung der Nato, beispielsweise von Beratungen nach Artikel 4 der Allianz, will die Bundesregierung jedoch noch absehen.