Nach einem mutmaßlich antisemitischen Angriff auf Daniel Eliasson, einen Kandidaten der Grünen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, hat die Polizei den mutmaßlichen Täter identifiziert. Es handele sich um einen 68-jährigen Mann, teilte die Polizei mit. »Er muss sich nun wegen des Verdachts der Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung verantworten.«Der 28 Jahre alte Eliasson stand am Montagmittag an einem Wahlkampfstand vor einem Supermarkt in Steglitz, als er von einem Mann beschimpft worden sei, wie er selbst in einem bei Instagram veröffentlichten Video berichtete. Erst habe sich der Mann allgemein über die Politik beschwert, dann habe er begonnen, auf Juden zu schimpfen. Eliasson habe ihn dann aufgefordert, das zu unterlassen, und gesagt, er sei selbst jüdisch.Der Angreifer soll daraufhin versucht haben, dem Politiker mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Er habe ihn allerdings knapp verfehlt. Es sei eine sehr bedrohliche Situation gewesen, sagte Eliasson.Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Meldestellen des Bundesverbands Rias erfassten 2025 8725 antisemitische Vorfälle. Das waren in etwa so viele wie 2024, aber mehr als dreimal so viele wie im Jahr vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023. Wie schon 2024 ordnet Rias mehr als zwei Drittel der Vorfälle (68 Prozent) »israelbezogenem Antisemitismus« zu. Die Zahl der Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund wuchs laut Rias deutlich von 562 auf 807, auf einen Anteil von neun Prozent.