Anthropic hat mit dem Model Hardware Standard (MHS) eine Vorschau auf eine neue Spezifikation vorgestellt, über die KI-Agenten wie Claude physische Geräte in Laboren und Produktionsumgebungen direkt ansteuern können sollen. MHS definiert eine standardisierte Treiberschicht zwischen Betriebssystem und Gerät – vergleichbar mit einem klassischen Hardwaretreiber, aber speziell für die Steuerung durch KI-Agenten ausgelegt.
Bislang erfordert es oft viel Arbeit, Programme zu schreiben, über die verschiedene Geräte wie Kameras und Roboterarme sowohl miteinander kommunizieren, als auch in automatisierte Workflows mit KI eingebunden werden können. Mit einem Standard wie MHS soll das deutlich schneller gehen. Anthropic beschreibt ihn als physisches Gegenstück zum Model Context Protocol (MCP), das den Zugriff von KI-Modellen auf Software-Tools standardisiert.
Tagging-System und standardisierte Treiber
Im Kern ist MHS eine Software, welche die Kommunikation zwischen der Hardware und dem Computer übersetzt. Im Zentrum stehen eine kleine Menge grundlegende Operationen, die von den meisten Geräten verstanden wird, wie „read“ (etwa: Temperatur auslesen) und „write“ (etwa: Temperatur setzen).
Der MHS-Treiber macht Geräte zusätzlich in einem einheitlichen Datenformat auffindbar, sodass sie für andere Geräte und KI-Agenten ansprechbar sind. Hinzu kommt ein Tagging-System für Hardware-Metadaten. Darin lassen sich physische Eigenschaften und Einschränkungen beschreiben, die aus dem Code allein nicht hervorgehen – wie zum Beispiel das Gewicht und die Reichweite eines Roboterarms oder Sicherheitslimits wie die maximale Laserleistung. Dank einer solchen Referenzdatei soll der KI-Agent alle nötigen Informationen zur Bedienung des Geräts vorliegen haben. Informationen, die bisher in Papierhandbüchern oder als implizites Wissen vorlagen, können dabei in natürlicher Sprache erfasst werden.










