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Betriebsrente erklärt: So funktioniert die betriebliche Altersversorgung Die Betriebsrente soll Arbeitnehmer im Ruhestand zusätzlich absichern. Welche Möglichkeiten Angestellte haben, wann Arbeitgeber die Betriebsrente mitfinanzieren müssen und was beim Jobwechsel passiert.
Die Betriebsrente ist eine der drei Säulen des deutschen Rentensystems. Doch wie genau funktioniert sie? Foto: IMAGO/WolfilserDie Betriebsrente ist die beliebteste Zusatzleistung im Beruf – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Das zeigt eine im Juli 2026 veröffentlichte Erhebung von Allianz Pension Partners, in der 1073 Beschäftigte sowie Führungskräfte aus 162 Unternehmen befragt wurden. Dabei hatte zuletzt nach Angaben der Bundesregierung nur etwa die Hälfte (52 Prozent) der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland eine Betriebsrente. Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen sowie bei Beschäftigten mit geringem Einkommen ist die beliebte Zusatzleistung noch wenig verbreitet.Wie die Betriebsrente funktioniert, wer sie finanziert und was beim Jobwechsel mit der Betriebsrente passiert, erfahren Sie hier im Überblick.Was sind betriebliche Altersversorgung und Betriebsrente?Die Begriffe betriebliche Altersversorgung (bAV) und Betriebsrente werden häufig synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Bedeutungen. Die bAV ist das System, in dem ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten eine zusätzliche Versorgung für den Ruhestand zusichert. Sie bildet die zweite Säule des deutschen Rentensystems und ergänzt die gesetzliche Rente sowie die private Altersvorsorge.Die Betriebsrente ist die daraus entstehende Leistung, also das Ergebnis der bAV. Sie wird im Alter entweder monatlich oder als einmalige Kapitalauszahlung gezahlt.Betriebsrente, gesetzliche Rente, private Vorsorge: Das sind die UnterschiedeAnders als die gesetzliche Rente, die als umlagefinanziertes Pflichtsystem organisiert ist, knüpft die Betriebsrente direkt an das Arbeitsverhältnis an. Auf diese Weise wird sie häufig auch über Arbeitgeberbeiträge aufgebaut. Der Arbeitgeber finanziert somit oft die Betriebsrente seiner Angestellten mit.Im Vergleich zur privaten Vorsorge zeichnet sich die Betriebsrente vor allem durch ihren betrieblichen Rahmen und die aktive Rolle des Arbeitgebers aus. Zudem wird die Betriebsrente unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert.Wie funktioniert die Betriebsrente?Bei der bAV bauen Arbeitnehmer während ihrer Berufstätigkeit Ansprüche auf eine spätere Versorgung auf. Dafür schließen sie über ihren Arbeitgeber einen Vertrag ab. Die Finanzierung der Versorgung übernehmen entweder der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber oder beide gemeinsam. Das erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Anfrage der WirtschaftsWoche.Einerseits kann ein Arbeitgeber seinen Angestellten im Ruhestand eine Betriebsrente auszahlen, ohne dass die Angestellten während ihres Erwerbslebens etwas dazuzahlen mussten. Bei dieser Form der bAV finanziert der Arbeitgeber seinen Angestellten die Betriebsrente als zusätzliche Gegenleistung für ihre Arbeit. Dazu ist ein Arbeitgeber gesetzlich nicht verpflichtet. Der jeweilige Anspruch eines Beschäftigten auf eine solche bAV kann im konkreten Arbeitsvertrag, in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt sein. So informiert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) auf Anfrage der WirtschaftsWoche.Rente mit 63 Wann Sie 2026 in die abschlagsfreie Frührente gehen können von Niklas Hoyer und Mara MarxAndererseits gibt es die sogenannte Entgeltumwandlung. Diese Form der bAV muss ein Arbeitgeber grundsätzlich allen Angestellten ermöglichen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Eine Ausnahme gilt für tarifgebundene Arbeitnehmer, sofern deren Tarifvertrag eine eigene, abweichende Regelung zur Entgeltumwandlung enthält.Bei der Entgeltumwandlung verzichtet ein Arbeitnehmer auf einen Teil seines Bruttogehalts, damit dieser für seine Altersversorgung verwendet wird. Arbeitgeber unterstützen das häufig, indem sie einen freiwilligen Zuschuss zahlen. Zudem gibt es Fälle, in denen der Arbeitgeber einen Zuschuss leisten muss. Beispielsweise muss ein Arbeitgeber in der Regel 15 Prozent des umgewandelten Bruttogehalts zusätzlich einzahlen, wenn er wegen der Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge für einen Arbeitnehmer spart.Bei der Entgeltumwandlung werden die eingezahlten Beträge nicht wie das Bruttogehalt versteuert. Stattdessen bleiben die Beträge – bis zu jeweiligen Höchstwerten – steuer- und sozialabgabenfrei. 2026 können Arbeitnehmer bis zu 4056 Euro sozialversicherungsfrei in die bAV einzahlen. Steuerfrei können sie bis zu 8112 Euro in die bAV investieren.Wie der Arbeitgeber die bAV organisiert, ist ihm weitgehend selbst überlassen. Häufige sogenannte Durchführungswege sind etwa eine Direktversicherung, ein Pensionsfonds oder eine Pensionskasse. Dabei wird die Betriebsrente über einen externen Versorgungsträger geregelt. Bei der Direktzusage übernimmt der Arbeitgeber die Finanzierung der Betriebsrente hingegen unmittelbar selbst.Wann wird die Betriebsrente ausgezahlt?Ausgezahlt wird die Betriebsrente, wenn der im jeweiligen Vertrag vorgesehene Versorgungsfall eintritt. In der Regel ist das der Ruhestand. Je nach Vertrag wird die Betriebsrente entweder einmalig als Kapitalbetrag oder monatlich als Rente ausgezahlt.Wovon hängt die Höhe der Brutto-Betriebsrente ab?Die Höhe der Brutto-Betriebsrente ist individuell verschieden. Grundsätzlich gilt: Je mehr und je länger für die Betriebsrente eingezahlt wird, desto höher kann die spätere Betriebsrente ausfallen. Das erklärt der GDV. Zudem entscheiden die jeweiligen Zuschüsse des Arbeitgebers und etwaige staatliche Förderungen die Höhe der Betriebsrente mit. Steuer- und Sozialabgaben schmälern die Zusatzleistung wiederum.Altersvorsorge Wie Sparer aus einer renditeschwachen Basisrente kommen Die Basisrente eines Lesers wirft wenig Erträge ab. Er will daher raus. Kündigen kann er die Versicherung aber nicht. Ein Anwalt erklärt die Alternativen. von Knut PilzWie wird die Betriebsrente versteuert?Wer seine Betriebsrente monatlich oder als Einmalzahlung erhält, muss diese in der Regel als „sonstige Einkünfte“ nach § 22 Nummer 5 Satz 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes versteuern. Das erklärt ein Sprecher des Bundesministeriums der Finanzen auf Anfrage. Wichtig ist für die Versteuerung der Betriebsrente auch, ob die eingezahlten Beträge in der Ansparphase bereits versteuert wurden. Das hängt unter anderem von der Höhe der Beträge und dem Durchführungsweg der bAV ab.Sozialabgaben: Diese Freibeträge gelten 2026 bei der BetriebsrenteAuch Sozialabgaben fallen auf die Betriebsrente an, informiert der GKV-Spitzenverband. Allerdings gilt 2026 nach Angaben der Techniker Krankenkasse ein Freibetrag von 197,75 Euro für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei der Pflegeversicherung gibt es hingegen keinen Freibetrag.Mindert die Betriebsrente den Anspruch auf gesetzliche Rente?Die Betriebsrente wird nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet, informiert eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV-Bund). Zwar werden bei der Entgeltumwandlung die eingezahlten Beträge nicht für die Rentenversicherung berücksichtigt. Somit zahlt ein Angestellter mit bAV weniger in die Rentenkasse ein und erhält dadurch eine etwas geringere Rente. Dies sollte die Betriebsrente laut DRV-Bund in der Regel jedoch wieder ausgleichen.Was passiert, wenn der Arbeitgeber insolvent ist?Grundsätzlich geht die Betriebsrente eines Arbeitnehmers bei der Insolvenz des Arbeitgebers nicht verloren, erläutert der Pensions-Sicherungs-Verein. Dieser schützt bestehende Ansprüche auf eine Betriebsrente sowie auf unverfallbare Anwartschaften. Das gilt allerdings nur, soweit die gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind und im jeweils gesetzlich vorgesehenen Umfang. Wer bereits eine Betriebsrente bezieht, erhält die insolvenzgeschützte Leistung nach Eintritt des Sicherungsfalls weiter. Bei noch aktiv Beschäftigten bleibt die geschützte Anwartschaft erhalten.Gesetzliche Rente Lohnt sich für Beamte die Erstattung von Rentenbeiträgen? von Andreas IslingerWelche Absicherung konkret greift, hängt unter anderem vom Durchführungsweg ab. Beispielsweise werden bei Direktversicherungen oder Pensionskassen die Leistungen häufig unmittelbar vom jeweiligen Versorgungsträger weitergezahlt.Wichtig ist dabei: Allein der Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens löst noch keine Leistungspflicht des Pensions-Sicherungs-Vereins aus. Maßgeblich ist der Eintritt eines gesetzlichen Sicherungsfalls, insbesondere die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Hat der Arbeitgeber bereits vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr geleistet, dann zahlt der Pensions-Sicherungs-Verein rückständige Renten für bis zu zwölf Monate rückwirkend.Wann lohnt sich eine Betriebsrente eher nicht?Wer den Arbeitgeber häufig wechselt, sollte laut DRV-Bund den Abschluss einer Betriebsrente genau prüfen. Denn: Jeder neue Vertragsabschluss einer bAV bedeutet Abschlusskosten. Und es besteht kein Rechtsanspruch, dass der neue Arbeitgeber den alten Vertrag übernimmt.Bei häufigen Wechseln des Arbeitgebers kann es so dazu kommen, dass Beschäftigte viele kleine bAV-Einzelansprüche ansammeln. Zuletzt zielten Reformen jedoch darauf ab, eine einfachere Mitnahme der bAV zu ermöglichen. Dass die bisher aufgebaute Betriebsrente beim Jobwechsel ganz verloren geht, ist in der Regel nicht der Fall.Welche bAV-Reformen sind geplant?Mit dem „Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetz“ ist im Januar 2026 eine Reform der bAV in Kraft getreten. Einige Änderungen werden allerdings erst 2027 umgesetzt. Unter anderem sieht die Reform eine verbesserte staatliche Förderung der Betriebsrente und eine Lockerung der Anlageregeln vor.Von der Reform profitieren nach Angaben des BMAS vor allem Beschäftigte mit geringem Einkommen sowie Angestellte in kleinen und mittleren Unternehmen – also die Gruppen, unter denen die beliebte Zusatzleistung bis jetzt noch wenig verbreitet ist. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! 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