Die Hochkonjunktur um Rechenzentren trägt zu einer weiteren Milliardentransaktion in Deutschland bei: Der amerikanische Finanzinvestor Apollo reicht die Gesellschaft Kelvion, die im Geschäft mit der Kühlung von Datenzentren wächst, nach kurzer Zeit wieder weiter. Sie geht an den US-Technikkonzern SLB, der nach Angaben vom Montag alle Anteile an dem Unternehmen erwirbt. Kelvion ist die frühere Wärmetauschersparte des Maschinenbaukonzerns Gea, die anschließend viele Jahre dem Private-Equity-Haus Triton gehörte. Apollo erwarb eine Mehrheit am Unternehmen erst im vergangenen Jahr, dem Vernehmen nach damals zu einem Unternehmenswert einschließlich Schulden von etwa zwei Milliarden Euro. Jetzt wird sie nach Apollo-Angaben mit 4,1 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) bewertet, inklusive 700 Millionen Dollar Schulden. Triton ist momentan noch mit einer Minderheit von etwa 30 Prozent beteiligt. Der Investor beziffert die Höhe des Pakets nicht. Er bestätigte aber auf F.A.Z.-Anfrage, dass er mit der anstehenden Transaktion vollständig aus dem Unternehmen aussteigt.Äußerst schneller WeiterverkaufApollo steht eigentlich für eine Investitionsoffensive, welche die Beteiligungsgesellschaft in Deutschland angekündigt hat: Sie will hierzulande binnen einem Jahrzehnt einen Betrag in der Größenordnung von 100 Milliarden Dollar investieren. Unter anderem hält Apollo gemeinsam mit dem Energiekonzern RWE einen Minderheitsanteil am Übertragungsnetzbetreiber Amprion. Jetzt tritt der Investor als Verkäufer auf, und das nach einer Haltezeit, die selbst für Private Equity äußerst kurz ist.Die rasante Nachfrage rund um Datenzentren hat sich aus seiner Sicht schnell ausgezahlt, wie an den genannten Unternehmensbewertungen zum Zeitpunkt von Kauf und Verkauf zu sehen ist. Kelvion habe seinen strategischen Fokus auf Dienstleistungen an Datenzentren und die Investitionen in das Geschäftsfeld verstärkt, teilte Apollo mit. Das Segment sei das größte und wachstumsstärkste.Mitte August erst war es zu einem anderen Milliardendeal in Deutschland gekommen, der im Zusammenhang mit Rechenzentren steht: EBM-Papst stellt Lüftungstechnik her, vor allem Ventilatoren, und verkauft sich an den amerikanischen Konzern Madison Air. Das Unternehmen wird dabei in der Größenordnung von fünf Milliarden Euro bewertet.