Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Oliver Bäte, will expandieren, und das auch über Akquisitionen. Nach den jüngsten Zukäufen in Singapur im Volumen von knapp 2,4 Milliarden Euro wird der Versicherungskonzern als Interessent für den britischen Pannendienst AA gehandelt. Das berichtete am Wochenende der britische Fernsehsender Sky News unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise. Der Kaufpreis soll sich auf umgerechnet 5,8 Milliarden Euro belaufen.Als weiterer Interessent wird die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT genannt. Eine Allianz-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Offenbar dürften die Verhandlungen noch in einem sehr frühen Stadium sein. Dem Bericht zufolge prüfen die Eigentümer des Pannendiensts auch einen Börsengang in London. Zu diesen zählen die Beteiligungsgesellschaften Towerbrook Capital Partners und Warburg Pincus. Das von Towerbrook angeführte Konsortium hatte den Pannendienst im Jahr 2021 für rund drei Milliarden Pfund übernommen und von der Börse genommen.Gespräche mit den BeraternNach dem Bericht von Sky News soll sich die Allianz schon seit mehreren Monaten mit einem möglichen Angebot beschäftigen. Es sei aber nicht klar, wie es aktuell um die Geschäfte stehe und ob es überhaupt zu einem Abschluss komme. Der deutsche Versicherer gehöre zu einer kleinen Gruppe potentieller Käufer, die Gespräche mit den Beratern von AA über einen möglichen Deal geführt hätten, berichtete Sky News weiter.Sollte die Allianz den Pannendienst übernehmen, dürfte sie damit ihre im Bereich Reise- und Assistance-Versicherungen tätige Tochtergesellschaft Allianz Partners stärken. Diese bietet unter anderem rund um die Welt Pannenhilfe und Mobilitätslösungen an. Im Schadensfall wird die Soforthilfe über ein globales Netzwerk aus Abschlepp- und Werkstattpartnern gesteuert. Allianz Partners hat im vergangenen Jahr das Geschäftsvolumen um gut sieben Prozent auf 10,6 Milliarden Euro gesteigert.Allianz-Chef Bäte hat vor Kurzem Asien zum regionalen Schwerpunkt in der Expansion erklärt. Vor wenigen Wochen teilte die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors mit, die Fondssparte der singapurischen Großbank United Overseas Bank (UOB) für 376 Millionen Euro zu übernehmen. Daneben soll es auch eine Vertriebskooperation mit der UOB geben. Im Juli hatte die Allianz die Übernahme des Versicherers HSBC Life Singapore für zwei Milliarden Euro bekannt gegeben. Auch hier ist eine Vertriebspartnerschaft mit der HSBC Bank in Singapur Teil der Vereinbarung. Beide Transaktionen sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden.Bäte sieht in Asien gute und langfristige Wachstumschancen. Jeder vierte Euro, der in der Welt für Versicherungen ausgegeben werde, entfalle auf Asien. Bei Lebensversicherungen sei es jeder dritte Euro. Die Hälfte des globalen Wachstums auf dem Lebensversicherungsmarkt findet nach seinen Worten in Asien statt. Den Anteil der Region am Wachstum des Gewinnpotentials in der Vermögensverwaltung beziffert Bäte auf 30 Prozent.
Allianz und AA: Übernahme des Pannendiensts für fünf Milliarden
Der Versicherungskonzern soll zu einer kleinen Gruppe möglicher Käufer gehören. Eine Übernahme könnte fünf Milliarden Pfund kosten.







