Der Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club dürfte nicht das große Problem werden. Wenn der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund am Dienstagabend (20.45 Uhr, RTL) sein DFB-Pokal-Erstrundenspiel bei dem Fünftligisten aus der Hamburger Oberliga vor mehr als 40 000 Zuschauern im örtlichen Volksparkstadion austrägt, werden die diversen kleinen Baustellen in der BVB-Startelf kaum zu erkennen sein. Weil aber Hamburg bekanntlich das „Tor zur Welt“ ist, startet im Anschluss an diese Pflichtaufgabe für Dortmund ein internationales Folgeprogramm (erst Bundesliga bei der TSG Hoffenheim, dann Champions League gegen den FC Villarreal): Das hat es in sich und wird dann wirklich aufzeigen, wie die Westfalen den Schock vom Wochenende verdaut haben.Am Samstagabend hatte das Dortmunder Stadion noch Sirtaki getanzt. Der eine griechische Zugang Konstantinos Karetsas hatte das erste Tor vorbereitet, der andere griechische Zugang Giannis Konstantelias hatte das zweite Tor selbst erzielt. Am Ende stand ein 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV. Doch in der 51. Minute zog sich Konstantelias einen Kreuzbandriss zu. Der für 26 Millionen Euro von Paok Saloniki gekommene 23-Jährige fällt nun direkt für einige Monate aus. Das ist für ihn schlimm und auch für den Verein, dem damit ein relevanter Angreifer wegbricht, kaum dass die Saison so richtig begonnen hat.Bundesliga:Dortmunds griechische TragödieDer Kreuzbandriss des schwer verletzten Giannis Konstantelias trübt die Freude beim BVB. Womöglich muss sich der Klub noch einmal auf den Transfermarkt begeben.„Delias wird uns für eine ungewisse Zeit nicht zur Verfügung stehen“, sagte der betrübte Trainer Niko Kovac am Montagmittag auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel. Genauere zeitliche Prognosen wagte er nicht, weil ja nicht einmal die OP vollzogen sei. Die Verletzung „war für uns alle ein Schock“. Konstantelias selbst wirke „gefasst und ist davon überzeugt, dass er stärker zurückkommt“.Kurzfristig stellt sich den Dortmundern nun natürlich die Frage, wer in dem 3-4-2-1-System neben Karetsas die offensive Halbposition hinter dem Mittelstürmer Serhou Guirassy besetzt. Am Dienstag endet die Transferperiode. Noch am Samstagabend hatten sogleich Spekulationen über eine Dortmunder Nachverpflichtung eingesetzt. Der Engländer Jadon Sancho (derzeit vereinslos) wird seither medial genauso gehandelt wie der gebürtige Bremer Nick Woltemade (Newcastle United).Auch in der Abwehr muss Kovac weiter improvisierenKovac will sich an Spekulationen nicht beteiligen, sagte am Montag über eine mögliche Nachverpflichtung und das Vorgehen der beiden BVB-Sportchefs aber so viel: „Wir haben uns zusammengesetzt und darüber gesprochen; Lars Ricken und Ole Book werden die Reise nach Hamburg nicht mit antreten, sie werden in Dortmund bleiben und fleißig arbeiten, weil nur noch verdammt wenig Zeit ist – wir werden schauen, was letzten Endes möglich ist und ob wir noch etwas hinzufügen können.“Allerdings sagte Kovac am Montag auch: „Wir haben schon sehr viele Spieler auf diesen beiden Halbpositionen.“ Selbst wenn der BVB keinen offensiven Mittelfeldspieler mehr verpflichten sollte, hätte er mindestens fünf mögliche Alternativen im Kader: Marcel Sabitzer, Carney Chukwuemeka, Joey Veerman, Maximilian Beier und Samuele Inacio. Letzterer hat sich am Samstag allerdings eine rote Karte eingehandelt und muss in der Bundesliga pausieren, dürfte im Pokal aber mitspielen.Den torgefährlichen Stürmer Fabio Silva, offenbar ein bisschen unzufrieden mit seiner Rolle als zweiter Mittelstürmer hinter Guirassy, hält Kovac für keine so gute Idee auf der offensiven Halbposition. „Dann hätten wir ja vorn auch nur einen Stürmer“, so Kovac: „Deshalb glaube ich, dass er eher weiterhin vorn die Sturmspitze mit Serhou bildet.“Fast ein wenig in Vergessenheit gerät ob all der offensiven Überlegungen, dass Kovac auch in der Abwehr weiter improvisieren muss. Weil die Innenverteidiger Nico Schlotterbeck (Bänderriss) und Emre Can (Kreuzbandriss) noch länger verletzt sind, haben am Samstag gegen den HSV Joane Gadou, Waldemar Anton und Daniel Svensson die Dreierabwehr gebildet. Allzu stabil, das hat sich vor allem in der zweiten Halbzeit gezeigt, war das nicht. Aber gegen den Hamburg-Eimsbütteler Ballspiel-Club dürfte auch das kein großes Problem werden.Am Dienstagabend im Pokalspiel werden die Dortmunder übrigens auf dem Platz wohl zwei HSV-Angestellte vom vergangenen Samstag wiedersehen. Der HSV-Scout Janek Wrede und der HSV-Teammanager Robert Schick spielen in ihrer Freizeit selbst Fußball beim HEBC, in der Abwehr und im Mittelfeld, und sie könnten auch am Dienstag zum Einsatz kommen. „Am Samstag waren sie noch bei uns im Stadion und jetzt spielen sie gegen uns“, sagte der BVB-Trainer Kovac am Montag lächelnd, „das ist doch schön, das ist doch das Schöne am Pokal!“
Verletzungspech: Große Namen kursieren beim BVB – aber die Zeit ist knapp
Wird der BVB noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv? Der langfristige Ausfall des Griechen Giannis Konstantelias trifft Trainer Niko Kovac hart.












