Nach den Schüssen bei einem Techno-Rave im Kanton Aargau hat die Schweizer Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handele sich um einen 43 Jahre alten Schweizer, teilten die Beamten mit. Er wurde in der Nacht zu Montag gegen ein Uhr unter dringendem Tatverdacht festgenommen. „Zum aktuellen Zeitpunkt wird von einem Einzeltäter ausgegangen“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.Bei den Schüssen in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Rennvereins im Kanton Aargau starb eine 22-jährige Italienerin. Fünf Menschen im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden verletzt, darunter eine Deutsche.Die Polizei hat Teilnehmer und Anwohner aufgerufen, Handyvideos aus der Nacht zur Verfügung zu stellen. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss über den Hergang. Der Tatort liegt nahe der deutschen Grenze – nur ungefähr 25 Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg.Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur dpa sagte. Ob die Deutsche das Krankenhaus bereits verlassen konnte, sagte die Beamtin mit Verweis auf Datenschutzgründe nicht. Alle Betroffenen leben in der Schweiz.Die Polizei hatte Ermittlungen in alle Richtungen angekündigt. Geprüft wurden ein möglicher Terrorakt, ein Amoklauf und eine mögliche Abrechnung im kriminellen Milieu, wie der Polizeichef des Kantons, Michael Leupold, sagte. Er gehe von Zufallsopfern aus. Die Betroffenen hätten sich nicht gekannt.Die Party mit etwa 3500 Menschen war bereits zu Ende, als die Schüsse gegen halb drei Uhr morgens fielen. Auf dem Gelände hielten sich aber noch mehr als 100 Menschen auf.Bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend hatten die Kantonspolizei und die Regierung des Kantons Aargau erste Details bekannt gegeben. Es seien Patronenhülsen aus zwei verschiedenen Waffen – einer Pistole oder Maschinenpistole sowie einem Sturmgewehr – an zwei Orten gefunden worden: auf dem Festivalgelände sowie an einer etwa 400 Meter entfernten Straßenkreuzung. Die Munition des Sturmgewehrs passt laut Polizei nicht zu den bei der Schweizer Armee verwendeten Waffen. Sie komme beim sowjetischen Sturmgewehr AK-74 und verschiedenen Nachbauten zum Einsatz.Wie der Tages-Anzeiger berichtete, geht die Polizei davon aus, dass aus einer Distanz von bis zu knapp 300 Metern auf das Festivalgelände geschossen wurde.