Wenn deutsche Unternehmen über die wachsende Konkurrenz aus China klagen, fallen schnell dieselben Begriffe: staatliche Subventionen, Dumpingpreise, unfairer Wettbewerb. Tatsächlich wächst inzwischen auch in der deutschen Industrie der Ruf nach einem härteren Vorgehen gegen Peking.Doch ausgerechnet der Chef eines der größten deutschen Industriekonzerne hält diese Erklärung für zu bequem. Siemens-Vorstandschef Roland Busch warnt davor, Chinas Erfolg pauschal auf staatliche Hilfe zurückzuführen – und benennt einen für Deutschland wesentlich unangenehmeren Grund.

Siemens-Vorstand lobt Chinas „starke Ingenieure und engagierte Teams“

„Die Wahrheit ist vielmehr, dass wir es in China mit sehr leistungsfähigen Wettbewerbern zu tun haben“, sagte Busch der Welt am Sonntag. Er verweist auf „starke Ingenieure und engagierte Teams“, die innovative Produkte entwickelten und neue Technologien einschließlich Künstlicher Intelligenz schnell übernähmen.

Mit anderen Worten: China verkauft nicht nur deshalb immer mehr Industrieprodukte, weil der Staat Unternehmen unterstützt. Chinesische Konkurrenten sind in vielen Bereichen schlicht gut geworden.

Siemens-Chef warnt: Zölle können eigene Schwächen verdecken