In Kalifornien haben beide Kammern der Legislative ohne Gegenstimme eine Gesetzesänderung verabschiedet, die Linux und Open-Source-Betriebssysteme von der Pflicht zur Altersverifizierung ausnimmt. Das Anfang des Jahres zu diesem Zweck auf den Weg gebrachte Assembly Bill 1856 wurde vorige Woche mit 39 zu 0 Ja-Stimmen im Senat von Kalifornien und später mit 69 zu 0 Ja-Stimmen in der California State Assembly angenommen. Damit wurden die freien Betriebssysteme von einem Gesetz ausgenommen, das 2027 gültig wird und vorsieht, dass beim Anlegen eines Benutzerkontos die Altersgruppe des Nutzers abgefragt wird, um diese auf Apps und Webseiten auf Anfrage mitzuteilen.

Weitreichende Ausnahmen nicht nur für Linux

Der jetzt modifizierte „Digital Age Assurance Act“ wurde 2025 als Assembly Bill 1043 aus der Taufe gehoben und sorgte für rege Diskussionen in der Open-Source-Gemeinschaft. Große Projekte wie systemd und Elementary OS hatten sich schon auf die notwendigen technischen Änderungen vorbereitet, während Projekte wie GrapheneOS und Ageless Linux sich gegen die Maßnahmen stemmten. Befürchtet wurde eine zukünftige Ausweitung dieses und ähnlicher Gesetze in anderen US-Bundesstaaten, die es statt der Selbstangabe des Alters möglicherweise vorsieht, sich einer staatlichen Stelle gegenüber ausweisen zu müssen. In Colorado war ein ähnlicher Gesetzesentwurf vor der Annahme noch abgeändert worden.