Mit Sony Music Publishing und Warner Chappell Music wenden sich jetzt in den USA zwei der drei großen Major-Labels gemeinsam gegen Anthropic. Die beiden haben am vergangenen Freitag am Bezirksgericht für den Norden von Kalifornien eine Klage mit mehreren Punkten erhoben. Im Kern steht nicht das Generieren von Musik, wie das Dienste wie Suno können – was rechtlich auch umstritten ist.
Vielmehr geht es bei der Klage vorwiegend um Songtexte. Wie das Fachmedium Music Business Worldwide berichtet, das auch die Klageschrift veröffentlicht hat, orientiert sich das angestrebte Verfahren an einem früheren Prozess. In diesem hatte sich Anthropic mit Autoren von Büchern und den Verlagen auf einen Vergleich von 1,5 Milliarden US-Dollar geeinigt. Damit wurde also kein Präzedenzfall geschaffen, weil kein Urteil fiel. Für die beiden Musikschwergewichte sind solche Schadensersatzzahlungen, so die Klageschrift „nur laufende Geschäftskosten, weil das gesamte Geschäftsmodell weiterhin auf Urheberrechtsdiebstahl beruht.“
Folglich wollen Sony und Warner nun die Kosten hochtreiben. Am Beispiel von hunderten Songtexten, die Anthropics Claude mit geschickten Prompts wiedergeben kann, kommen sie auf eine Forderung von mehreren Milliarden US-Dollar. Genau beziffert wird das in der Klage nicht, aber pro Musikstück wird ein Schadensersatz von bis zu 150.000 Dollar gefordert. Wo Informationen zur Rechteverwaltung umgangen wurden, kommen bis zu 25.000 Dollar dazu. Letzteres ist etwa bei digitalem Musikvertrieb in Form von Metadaten üblich: In den Dateien ist festgehalten, wer Urheber und Rechteverwalter ist.










