PfadnavigationHomeICONISTTrendsNeue Show „Jetski-Star-WM“Was schiefgehen kann, geht schief für Stefan RaabStand: 13:48 UhrLesedauer: 5 MinutenStefan Raab, dynamisch, wie er sich gern sieht. Von all den Stürzen und Pannen bei seiner „Jetski-Star-WM“ stellt RTL übrigens keine Bilder bereit Quelle: RTL/Raab Entertainment/Willi WeberWäre er nicht Stefan Raab, man müsste Mitleid mit dem Mann haben. Bei seiner neuesten Eventshow für RTL, der „Jetski-Star-WM“, klappte nichts – bis auf die Quote. Ein Abend zum Vergessen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenFür Stefan Raab gilt, seit er sein TV-Comeback bei RTL feiert und besonders bei der Premiere seiner neuesten Eventshow namens „Jetski-Star-WM“ der alte Andy-Brehme-Fußballspruch: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“. Wirklich nahezu alles ging schief, was schiefgehen kann bei so einer Liveshow, die thematisch („Jetski“) geplant war mit spätsommerlichem Nach-Urlaubstouch. Punkt 1, bei so einer programmatischen Live-Show nicht unwichtig: Das Wetter. Das Ganze spielte eben nicht auf Mallorca, sondern in Duisburg-Wedau, an der dortigen Regattastrecke. Deshalb musste die eisern gute Laune simulierende Moderatorin Laura Wontorra immer mal wieder festhalten: „Das Wetter ist wirklich nicht wie Ende August!“ Nicht lauer mediterraner „Jetski“-Sommerabend, sondern regnerisch, ungemütlich und, je länger sich der Abend hinzog, mehr als offensichtlich ziemlich kalt (irgendwann durfte die tapfere Laura Wontorra sich immerhin eine Jacke zum kurzen Kleid überziehen). Viereinhalb Stunden waren angekündigt, es wurde noch eine lange Stunde mehr. Erst um kurz vor halb zwei nachts war Schluss. Und anders als bei anderen Raab-Events in der im Nachhinein glorreichen ProSieben-Zeit, kam nicht der Moment, wo die Zeit egal wird und alle mit Raab oder seinen Gegnern mitfiebern – im Studio und am Fernseher. Nein, alle, wirklich alle, nicht nur das frierende Publikum, sondern die Kandidaten und Moderatoren, obwohl Vollprofis im Wir-haben-immer-Spaß-Geschäft, wollten sichtbar das Ganze nur noch irgendwie zu Ende bringen. Lesen Sie auchWeder Laura Wontorra noch die „Field Reporterin“ am Steg, Jana Wosnitza, noch Frank „Buschi“ Buschmann als Kommentator, der nach jedem Strohhalm schnappte, der irgendwie Spannung versprach, waren zu beneiden. Auch nicht die sieben Kandidaten (plus natürlich Raab), alle mehr oder minder Prominente aus dem RTL-Dunstkreis – in der Regel Promis/Influencer, die schon bei „Let’s Dance“, „Ninja Warrior“ oder eben anderen Raab-Events dabei waren. Etwa das Profitänzerehepaar Renata und Valentin Lusin, Joel Mattli, Gustav Schäfer, „Daggi Bee“, „Knossi“ oder Joey Kelly. Und natürlich der Matador selbst: Stefan Raab, für den das ein mehr als gebrauchter Abend war. In keinem der drei „Spiele“ war der ehrgeizige „Käptn“ in einer Show konkurrenzfähig, in der (fast) nichts klappte. Wirklich jeder, Punkt 2, der sich auch nur ein wenig mit Shows auskennt, musste sich an diesem Abend irgendwann fragen: Warum ist das nicht besser geplant worden? Warum wurde nicht mehr und besser geprobt? Und warum offenbar nicht ein einziges Mal unter realen Bedingungen? Dass in der ersten Runde, einem KO-Rennen der acht Kandidaten durch einen Slalomparcours mit einer tückischen Rampe, die etwa den ehrgeizigen Joey Kelly von seinem Jetski schmiss, das Gefährt von Influencerin Anne-Kathrin Bendixen (aka „Affe auf Bike“) ein technisches Problem hatte, kann in einer Liveshow passieren. Dass aber die Kandidaten immer wieder sagten, sie seien von den Bedingungen am späten Abend, an der wirklich sehr dunklen Regattastrecke in Duisburg, überrascht worden, weil die Probe am hellichten Tag stattfand, muss sich die Produktionsfirma und Raab ankreiden lassen. Und das in Runde drei – einer Art Staffellauf mit Jetskis – beim Start von Team des Streamers „Knossi“ und Joey Kelly ersterer immer wieder rief: „Wir können nicht starten, wir haben kein Benzin im Tank“, also erstmal ein Kanister gesucht und der Jetski aufgetankt werden musste; das sollte bei so einer Show nicht passieren. Wozu gibt es die vielen Werbepausen? Generell fiel auf, dass nicht nur die Produktion, sondern auch die Kandidaten (Punkt 3) ungewöhnlich schlecht vorbereitet in den Abend starteten. Viele hatten, wie sie beim Vorabinterview am Steg sagten, außer bei der Probe nie auf einem Jetski gesessen. Dass das nicht ungefährlich ist, gerade in einem Wettkampf, nachts, bei schlechter Sicht, war ihnen offenbar nicht klar. Die vielen Abflüge ins Wasser halfen natürlich, etwas Action in die sonst eher sachte vor sich dahintuckernde Show zu bringen. Die Show hatte zudem ein optisches Problem. Um zu sehen, wer in der Dunkelheit führte und gewann oder wer einen Fehler machte, konzentrierte man sich als Zuschauer bei den Ko-Slalomrennen automatisch zunächst auf die oben eingeblendete Drohnensicht mit den jeweiligen Positionen der Kandidaten. Und erst im Nachgang auf das, was in Nahansicht auf dem Wasser passierte. Das schaffte eine gewisse Distanz zum Geschehen.Lesen Sie auchStefan Raab, der in der ersten Spielrunde ziemlich chancenlos war, hatte zu Beginn der zweiten Spielrunde noch gut (schadenfreudiges) Lachen. Besonders, als ein Mitkonkurrentenpaar gleich mehrfach von ihrem Jetski kippte. Bei dem „Spiel“ mussten vier Schwimmreifen von Zweierteams auf je einem Jetski von einer Pilone abgenommen und auf eine andere im Wasser wieder aufgesteckt werden. Der Komiker, der sich EMVEE nennt, und Youtube-Koch Stefano Zarrella (Bruder des Moderators und Sängers Giovanni Zarrella), übermotiviert, versuchten die Übung mit zu viel Speed. Das Lachen aber verging ihm spätestens auch, als er seinen Kompagnon Ralf Schumacher, der am Steuer saß, beim Versuch, die Schwimmreifen auf die Pilone zu streifen, gleich zweimal durch zu viel Seitenverlagerung ins Wasser riss – und sich Schumacher beim zweiten Versuch, das Gerät rasch wieder aufzurichten, die Schulter auskugelte. Die beiden hatten sogar noch Glück, nebenbei gemerkt, denn der Motor ihres Jetskis lief weiter, während sie neben dem Jetski im Wasser schwammen. Normalerweise hätte die Reißleine am Handgelenk von Schumacher beim Abflug ihn zwingend abwürgen müssen.Dass es für Stefan Raab eher unterdurchschnittlich läuft, seit er sich von RTL mit viel Geld aus der Vor-der-Kamera-Rente locken ließ, ist hinlänglich dokumentiert und kommentiert (bei uns u. a. hier und hier). Die Hoffnung aber bestand, wenn Raab nichts Neues einfällt und er nur seine alten ProSieben-Konzepte neu aufwärmt, dass zumindest ein paar ungewöhnliche oder zumindest spannende Varianten dabei herumkommen. Mit der „Jetski-Star-WM“ ist das schon mal nicht gelungen. Die Quoten, die RTLs Pressestelle angemessen jubelnd verkündet, sind tatsächlich für Raab, der im Laufe des Abends immer stiller wurde, noch das Beste an dem Abend: Tagessieg mit 14,4 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen. Kann sein, dass RTL allein schon deshalb auf eine Wiederholung pocht.Raab selbst wird dazu wenig Lust haben. Zu frustrierend lief es für ihn – als Produzent, als ehrgeizigen Teilnehmer. Bisher jedenfalls – siehe Raabs Springreit-Championat, bei dem ihn ein Pferd namens „Zuckerpuppe“ abwarf – hat Raab nie ein Event wiederholt, in dem er sich selbst chancenlos erlebte. Es gibt also noch Hoffnung für den Spätsommer 2027.
Neue Show „Jetski Star WM“: Was schiefgehen kann, geht schief für Stefan Raab - WELT
Wäre er nicht Stefan Raab, man müsste Mitleid mit dem Mann haben. Bei seiner neuesten Eventshow für RTL, der „Jetski-Star-WM“, klappte nichts – bis auf die Quote. Ein Abend zum Vergessen.






