Ulrich und Klaus reisen nach 37 Jahren zur legendären Sommersonnenwende nach Stonehenge in Südengland. Beim letzten Mal wurden sie von der Polizei verhaftet.
L eicht entnervt sage ich: „Ja, was denn nun, Klaus?“, und blicke zum Beifahrer zu meiner Linken. Früher, als wir in den Achtzigern zusammen unterwegs waren, saß Klaus auch oft links neben mir. Damals war er am Steuer, heute ich, obwohl wir genauso sitzen wie früher. Nur dieses Mal in einem englischen Mietwagen, und das ist für jemanden wie mich, der es nicht gewohnt ist, nervenzehrend und motorisch herausfordernd. Ich muss mit der Linken schalten. Noch stressiger ist es, wenn der Beifahrer und das Telefon ständig widersprüchliche Anweisungen geben. „Wie, warum denn jetzt umdrehen, Klaus?“ Ich halte an, wir müssen das klären.
Es ist Freitagvormittag, der 19. Juni 2026. Am Mittwochabend sind wir im Süden von England angekommen. Dass Klaus und ich zusammen hier sind, versetzt mich in heitere Aufgeregtheit. Endlich haben wir es geschafft, diese Reise in die Vergangenheit anzugehen. Ich kann Klaus ansehen, dass auch er ein bisschen aufgeregt ist. Wir sind wirklich nach England geflogen! Es hat ein paar Jahre gedauert, unseren Plan zu verwirklichen, okay. Aber jetzt sind wir hier, um einen Kreis zu schließen. Vor 37 Jahren waren wir schon einmal hier. Wir wollten die Sommersonnenwende in Stonehenge erleben, stattdessen wurden wir verhaftet. England ist uns etwas schuldig.








