Wer den Abend mit Freunden nicht am Biertisch, sondern lieber in einem großen Holzfass verbringen möchte, kann in Mainz auch das erleben: Denn auf der Eselswiese im Stadtpark, einer Grünfläche unterhalb des Rosengartens, lassen sich diesmal an allen acht Weinmarkttagen eigens dafür aufgestellte große Fässer mit Platz für jeweils bis zu acht Personen buchen. Eineinhalb Stunden bleiben den Gästen dann, um darin die zum Gesamtpaket gehörende Vesperplatte plus Wein oder Sekt zu verzehren; wofür laut Veranstalter Preise von 80 Euro an aufwärts zu entrichten sind. Wer es dagegen eher klassisch mag, kann sich an diesem Wochenende sowie anschließend noch einmal vom 3. bis zum 6. September an einem der mehr als 100 Verkaufsstände bedienen lassen, die jeweils vom Nachmittag an bis in die Nacht hinein geöffnet haben.Stößchen: Die Gläser bleiben auf dem Weinmarkt nicht lange leer.Samira SchulzUnd das, obwohl die Winzer in diesem Herbst eigentlich kaum Zeit dafür haben, die in jedem Jahr Zigtausende Besucher anziehende Mainzer Leistungsschau auf dem Gelände zwischen Göttelmannstraße und Weisenauer Straße auszurichten, um dabei ihre Lager zu leeren. Schließlich hat der regenarme Hitzesommer 2026 den Weinerzeugern in Deutschland die wohl früheste Lese seit Beginn der regelmäßigen Erntezeiterfassung beschert. Im Vergleich zu den Hauptlesen vor 30 oder 40 Jahren sei man vier Wochen früher dran, erklärte dazu Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut im rheinhessischen Bodenheim bei Mainz.Die Trauben seien zwar oft vergleichsweise klein, aber meist sehr gesund, so der Experte. Da der Trend zu leichten Weinen mit geringerem Alkoholgehalt gehe und man gar nicht so hohe Mostgewichte haben möchte, dürfte ein Großteil der Lese im September abgeschlossen werden. Sorgen bereiten den Erzeugern weiterhin die niedrigen und von ihnen kaum zu beeinflussenden Fassweinpreise, der internationale Wettbewerb und das sich weltweit ändernde Konsumverhalten, das für geringeren Absatz sorgt.Auf dem Mainzer Weinmarkt, wo in diesem Jahr zusätzlich einige ausgewählte Produkte aus dem spanischen Anbaugebiet Bilbao/Rioja präsentiert werden, ist von Kaufzurückhaltung noch nichts zu merken. Vielmehr scheint die Nachfrage nach Sekt, Wein und Schoppen ungebrochen. Am Samstag und Sonntag soll es auf dem weitläufigen Gelände mit zwei Bühnen zudem wieder den Künstlermarkt im Rosengarten geben.