Siemens-Konzernchef Roland Busch (61) fordert die EU zu einem höheren Tempo bei der Zulassung neuer KI-Technologien auf. "Wir dürfen das Entwicklungstempo der KI-Technologie nicht durch Regulierung bremsen", sagte Busch der "Welt am Sonntag" (WamS)."Man denke nur daran, wie lange es dauert, bis ein 'AI Act' oder 'Data Act' verabschiedet wird - vielleicht zwei Jahre. In dieser Zeit können sich KI-Modelle bereits sechs- oder achtmal weiterentwickelt haben", sagte er. Bis die Verordnung dann tatsächlich in Kraft trete, habe sich die entsprechende KI-Technologie oft schon in eine ganz andere Richtung bewegt. "Wir hinken stets hinterher", kritisierte Busch.

KI-Boom ist keine BlaseSiemens hatte zuletzt von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit KI-Rechenzentren insbesondere in den USA profitiert. Busch sagte dazu Anfang des Monats bei der Vorlage des Konzernergebnisses für das dritte Quartal des Siemens-Geschäftsjahres, dass das Momentum aus diesem Bereich wohl auch im kommenden Jahr und darüber hinaus anhalten werde.

Die Gefahr, dass eine Blase drohe, hält Busch für begrenzt. "Was wir derzeit erleben, ist die größte Wette der Geschichte auf Technologie", sagte er in dem Interview, dass die "WamS" gemeinsam mit anderen europäischen Zeitungen führte. "Aber es handelt sich hierbei nicht um eine Blase, die auf geliehenem Geld basiert. Ein Großteil der Mittel stammt von Unternehmen, die einen erheblichen Cashflow erwirtschaften."