PfadnavigationHomeRegionalesHamburgUmweltbildungLernen mit Schafen und Axolotl – Hamburgs neues Ökotarium eröffnetStand: 14:23 UhrLesedauer: 3 MinutenBlick ins neue Ökotarium in HamburgQuelle: Markus Hertrich für LI/BSFBMit Katzenhaien, Axolotln, Schafen und Stabheuschrecken will Hamburg Kindern Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit näherbringen. Bildungssenatorin Ksenija Bekeris verbindet damit große Hoffnungen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenAls Ksenija Bekeris (SPD) zur Eröffnung das Mikrofon greift, meldet sich zuerst ein Schaf zu Wort. Immer wieder wird ihre Rede am Freitagvormittag von lautem Blöken begleitet. Hamburgs Schulsenatorin nimmt das mit einem Lächeln hin. Denn es passt zu dem Ort, den die SPD-Politikerin eröffnen will, zu dem Ort, an dem Kinder künftig nicht nur über Natur und Umwelt lernen sollen, sondern diesen Themen möglichst unmittelbar begegnen können. Dem neuen Ökotarium genannten Umwelt-Campus.Fast drei Jahre lang wurde auf dem Gelände gebaut. Aus dem früheren Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung ist ein deutlich größerer und modernerer Komplex entstanden, in dem Hamburger Schulklassen künftig Naturwissenschaften, Umwelt- und Artenschutz nicht nur erklärt bekommen, sondern selbst erleben sollen.Lesen Sie auchStatt einer gewöhnlichen Schere bekommt Bekeris zur Eröffnung eine Heckenschere in die Hand gedrückt. Die Senatorin amüsiert sich sichtlich darüber. „Eine normale Schere kann jeder, hier passt die Heckenschere besser“, scherzt sie, bevor sie das blaue Band durchtrennt und das neue Hauptgebäude des Ökotariums offiziell eröffnet.Mit dem neuen Ökotarium am Hemmingstedter Weg gegenüber des Loki-Schmidt-Gartens nimmt Hamburg zu Beginn des Schuljahres eine Einrichtung in Betrieb, in der Schüler Naturwissenschaften nicht nur aus Büchern kennenlernen sollen. Auf dem Gelände finden sich Tiergehege und Schulgärten. Im Hauptgebäude gibt es Aquarien, Terrarien und Käfige – moderner als Vivarien bezeichnet – und viele Labore zum Umwelt und Sinne erforschen. Wer hierherkommt, kann Katzenhaie und Axolotl beobachten, Schafe und Ziegen erleben und selbst ausprobieren, wie sich Tiere und Lebensräume aus nächster Nähe anfühlen.Bekeris betont bei der Eröffnung die Bedeutung solcher Erfahrungen. Als Lehrerin habe sie erlebt, wie viel sich im Unterricht vermitteln lasse. Doch manches bleibe besser im Gedächtnis, wenn Kinder es selbst sehen und erleben könnten. Genau darauf setzt das Ökotarium.Lesen Sie auchDie Senatorin scheint davon bereits überzeugt. Beim Rundgang bleibt sie immer wieder an Vivarien und Aquarien stehen. Fasziniert lässt sie sich vom Leiter des Ökotariums, Fabian Peter Kusterer, eine Stabheuschrecke auf die Hand setzen. Auch an anderen Stationen wird deutlich, dass Zuschauer hier nicht nur auf Abstand bleiben sollen. So können die Kinder und Jugendlichen etwa ihre Hände – nach dem Waschen – in viele der Wasserbecken halten. Und falls dann ein Axolotl angeschwommen kommt, oder ein Seestern sich auf die Hand setzt, ist die Erfahrung perfekt.Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen. Es ist zudem nicht auch Schulklassen beschränkt. Auch für Familien bietet das Ökotarium Programme an. Sie können heimische und internationale Wasserlebensräume kennenlernen, physikalische Phänomene erforschen oder sich mit Artenvielfalt und nachhaltigem Umgang mit Ressourcen beschäftigen.Wie praktisch die Angebote angelegt sind, zeigt ein Modul mit dem Titel „Abenteuer Schaf“. Grundschüler lernen dabei Schafe und Ziegen als Nutztiere kennen, beobachten ihr Verhalten und verfolgen den Weg vom Schaf nach dem Scheren bis zum fertigen Wollprodukt. Gleichzeitig geht es um die Frage, welche Verantwortung Menschen gegenüber Tieren und Umwelt tragen.Lesen Sie auchKusterer, sieht darin den Kern des Konzepts. Nachhaltigkeit beginne nicht bei abstraktem Wissen, sondern bei der Wertschätzung der natürlichen Lebensgrundlagen, sagt er. Wer Zusammenhänge verstehe und selbst erlebt habe, könne auch Verantwortung übernehmen.Bekeris versprach bei der Eröffnung, sich als Senatorin dafür einzusetzen, dass möglichst viele Schüler das neue Angebot nutzen. Dass dabei gelegentlich ein Schaf dazwischenblökt, dürfte der Idee kaum schaden. An diesem Vormittag wirkt es eher so, als hätten die Tiere den Bildungsauftrag des Hauses bereits verstanden.
Umweltbildung: Lernen mit Schafen und Axolotl – Hamburgs neues Ökotarium eröffnet - WELT
Mit Katzenhaien, Axolotln, Schafen und Stabheuschrecken will Hamburg Kindern Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit näherbringen. Bildungssenatorin Ksenija Bekeris verbindet damit große Hoffnungen.







