Die Tat war an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Am helllichten Tag zückten am Donnerstag zwei Männer im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) einen Hammer, schlugen eine Vitrine ein und entkamen mit ihrer Beute an den verdutzten Mitarbeitern vorbei.Bis zum Freitagnachmittag lief die Fahndung ohne Erfolg. Die Polizei konnte nur mehrere Bilder von Überwachungskameras veröffentlichen, auf denen die mutmaßlichen Täter ohne Maskierung zu erkennen sind, die später „in unbekannte Richtung“ entkommen seien. Weitere Details wurden zunächst „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht veröffentlicht.Von der Polizei veröffentlicht: Die Aufnahme zeigt das Collier, das aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien gestohlen wurde.dpaOffenbar wussten die Männer genau, was sie taten. Das erbeutete Schmuckstück ist nach Angaben der Polizei ein Collier mit mehr als 600 Diamanten, das Königin Nazli von Ägypten 1939 vom Pariser Juwelierhaus Van Cleef & Arpels hatte anfertigen lassen, um es bei der Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit Mohammed Reza Pahlawi zu tragen, dem späteren Schah von Persien.Das Gesamtgewicht der Diamanten wird mit 200 Karat beziffert. Nach den Daten des Auktionshauses Sotheby’s war das Schmuckstück 2015 in New York für 4,3 Millionen Dollar versteigert worden.Die Vitrine war Teil der Ausstellung „Glanzstücke“, in der das MAK laut eigener Website 500 „einzigartige, selten gezeigte Objekte“ aus den eigenen Beständen mit 300 Stücken der Patrimonial Collection des Hauses Van Cleef & Arpels vereint, das 1906 auf der Pariser Place Vendôme gegründet worden war. Zu den Sicherheitsvorkehrungen und der Frage, warum derartige Wertgegenstände nicht besser geschützt würden, äußerte sich das Museum zunächst nicht.