Apples Versuche, (auch) zum Werbekonzern zu werden, sind einen gewichtigen Schritt vorangekommen: In den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Kanada bekommen Nutzer nun Reklame im beliebten Kartendienst Apple Maps ausgespielt. Dies folgt entsprechenden Gerüchten sowie einer offiziellen Ankündigung aus dem vergangenen Frühjahr. Betroffen sind anfangs nur User auf iPhone und iPad, die Web-Variante von Apple Maps sowie der Mac-Client bleiben, vermutlich aber nur zunächst, werbefrei. Wann ein weltweiter Rollout der Kartenreklame startet, ist unklar.

Anzeige verdrängt organische Ergebnisse

Wie User in den beiden Ländern berichten, tauchten die ersten Anzeigen in den vergangenen Tagen bei Suchvorgängen auf – während der Suche selbst, wie auch nach der Ergebnisanzeige. Minimalistisch geht Apple hier nicht vor: Reklame bedeckt organische Resultate, die Kennzeichnung erfolgt über ein kleines weißes „Ad“ auf blauem Quadrathintergrund. Wer echte Ergebnisse will, muss also oft scrollen. Das erinnert an die vielfach kritisierte Werbung im App Store, die Apple zuletzt auch ausgeweitet hatte. Besonders auf dem iPhone, wo im Hochkantmodus nicht viel Platz ist, stört dies.

Apple selbst hat für seine neuen Werbekunden unterdessen eine frische Reklame-für-die-Reklame-Website eröffnet. Darin werden die Werbevarianten in Form der gekauften „Ortsvorschläge“ (Suggested Places) sowie in der Ergebnisliste erläutert (siehe Bild oben). Der Konzern betont, dass es sehr einfach sei, zu schalten und sich ein Unternehmen auch nicht langfristig vertraglich binden müsse.