Am Donnerstagabend fand im Grimaldi Forum in Monaco die sogenannte Auslosung der Champions-League-Vorrunde statt, die deshalb eine nur „sogenannte“ ist, weil sie von einem Computer erledigt wird: per Shuffle, einer zufallsbasierten Durchmischung der 36 Teilnehmer. Kein menschliches Hirn wird je verstehen, was da passiert. Doch eine der Losfeen, der frühere französische Nationalspieler Thierry Henry, behauptete auf der Bühne, schon jetzt zu wissen, wer 2027 das Finale von Madrid gewinnen wird.Man müsse nur einen Blick in die vergangenen Jahre richten, sagte Henry – und holte zur Erklärung aus: Vor zwei Jahren habe es der FC Arsenal aus London bis ins Viertelfinale geschafft, danach langte es für eine Halbfinalteilnahme, im vergangenen Mai unterlag Arsenal im Finale von Budapest dem Vorjahressieger Paris Saint-Germain. Voilá, schlussfolgerte Monsieur Henry, der kommende Titel gehe zum FC Arsenal (mit dem er ein Champions-League-Finale verloren hatte). Doch das Gekichere, das daraufhin im Auditorium zu hören war, verriet: Es gibt keinen, der die Champions-League-Trophäe kampflos den Engländern überlassen will.Bundesliga:Die Bayern sind bedrohlich bereitVor dem Saisonstart gegen Stuttgart ist der FC Bayern sortiert wie seit Jahren nicht – und Trainer Kompany kündigt eine taktische „Evolution“ an. Nicht die besten Nachrichten für die Konkurrenz.Allen voran gilt das für den FC Bayern München, der wie schon im Vorjahr auf Arsenal trifft. Bayerns Sportgeschäftsführer Max Eberl formulierte es aus, als er auf einen weiteren Gegner zu sprechen kam, Atlético Madrid, dem das Stadion des Endspiels 2027 gehört: das Estadio Metropolitano. Im vergangenen Jahr fuhren die Münchner dort auf dem Weg zum Estadio Santiago Bernabéu von Real Madrid vorbei, nun will man die Visite als Probe für ein Endspiel nutzen. Denn: Den Wettbewerb beginne man nur, um im Finale zu stehen, „das ist natürlich der Ort des Traums, wo wir gerne hinwollen“, sagte Eberl.Den Rest des Programms – dessen Daten und Reihenfolge werden erst am Samstag ermittelt – nannte Eberl ambitioniert, was eine Spur übertrieben sein dürfte und sich eher daran orientiert, dass die Münchner Bayern unter den ersten Acht landen wollen. Es gelte, die Playoffs zu verhindern, die den Mannschaften blühen, die zwischen Platz neun und 24 landen, sagte Eberl. Nun, utopisch ist anders: Die Bayern reisen nicht nur zu Atlético, sondern auch zu Manchester United, zum OSC Lille und zum norwegischen Wettbewerbsneuling Viking Stavanger. Zudem empfangen die Münchner Betis Sevilla, Slavia Prag und die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison: Bodö/Glimt aus Norwegen. Das ist aus Münchner Sicht insofern praktisch, als die Heimat der Norweger jenseits des Polarkreises liegt und der dortige Kunstrasenplatz viele Teams vor Probleme gestellt hat.Dormund reist nach zum FK Sabah nach AserbaidschanEine solche Fortune wie den Bayern war Borussia Dortmund nicht beschert. Die Profis des BVB müssen nämlich tatsächlich nach Bodö. Darüber hinaus hielt die Auslosung für die Dortmunder den vielleicht exotischsten Gegner des Teilnehmerfeldes bereit: FK Sabah aus Aserbaidschan, von Dortmund rund 4200 Kilometer entfernt. Immerhin gibt es recht günstige Direktflugangebote von Dortmund nach Baku. Die anderen Gegner darf man herausfordernd nennen: Der BVB empfängt Inter Mailand, Betis Sevilla und Villarreal, ebenso AEK Athen im Westfalenstadion. Zudem geht es zweimal auf die Insel, zum FC Arsenal und zu Aston Villa. „Wir wollen ins Achtelfinale, und das möglichst schnell“, sagte BVB-Geschäftsführer Lars Ricken.Ungleich komplizierter wirkt das Gesamtbild für den Champions-League-Rückkehrer RB Leipzig. Die Sachsen müssen zum Rekordsieger Real Madrid, der gerade für knapp 145 Millionen Euro den früheren Leipziger Yan Diomande erworben hat. Und sie empfangen Manchester City, einen der ehemaligen Klubs des neuen Trainers Martin Demichelis. Nicht gar so einschüchternd wirken die Partien gegen PSV Eindhoven und RC Lens, vor allem im Vergleich zu den weiteren Leipziger Auswärtsgegnern Manchester United, Schachtar Donezk, Feyenoord Rotterdam und Como 1907 – eine Mannschaft, die vom einstigen Wunschtrainer Cesc Fàbregas geleitet wird. „Die Vorfreude ist riesengroß“, betonte Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer.Die Stuttgarter wiederum hatten einigermaßen Glück. Zumindest auf dem Papier und eingedenk der Tatsache, dass sie im vierten Topf und damit unter den Aschenputteln der Champions-League-Teilnehmer einsortiert waren. Zwar treffen die Stuttgarter auf gleich sechs Landesmeister, der mutmaßlich gefährlichste darunter dürfte Inter Mailand sein, der im San Siro wartet. Die restlichen Auswärtsgegner (PSV Eindhoven/Niederlande, Galatasaray Istanbul/Türkei und Slovan Bratislava/Slowakei) sind alles andere als außer Reichweite der Schwaben. Das gilt auch für Club Brügge/Belgien, OSC Lille/ Frankreich, Viking Stavanger/Norwegen und sogar Atlético Madrid. „Vor zwei Jahren haben wir die ersten internationalen Schritte nach vielen Jahren der Pause gemacht – wer weiß, wie es in diesem Jahr läuft“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.Die deutschen Gegner im Überblick:FC BayernFC Arsenal (H), Atlético Madrid (A), Betis Sevilla (H), Manchester United (A), FK Bodö/Glimt (H), OSC Lille (A), Slavia Prag (H), Viking Stavanger (A)Borussia DortmundInter Mailand (H), FC Arsenal (A), Betis Sevilla (H), Aston Villa (A), FC Villarreal (H), FK Bodö/Glimt (A), AEK Athen (H), Sabah FK (A)RB LeipzigManchester City (H), Real Madrid (A), PSV Eindhoven (H), Manchester United (A), Schachtar Donezk (H), Feyenoord Rotterdam (A), RC Lens (H), Como 1907 (A)VfB StuttgartAtlético Madrid (H), Inter Mailand (A), FC Brügge (H), PSV Eindhoven (A), OSC Lille (H), Galatasaray Istanbul (A), Viking Stavanger (H), Slovan Bratislava (A)