Deniz Undav hat das frühe WM-Aus mit der deutschen Nationalmannschaft offenbar noch nicht verarbeitet. Zwei Monate nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay, das Deutschland nach Elfmeterschießen verlor, beschäftigt den Stuttgarter Stürmer vor allem eine Szene aus der Anfangsphase: Undav, 30 Jahre, entschied sich im Strafraum für einen eigenen Abschluss, statt querzulegen.

Der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisierte die Aktion nach dem Scheitern öffentlich.»Die ganze Zeit habe ich darüber nachgedacht, ob unser Ausscheiden auch meine Schuld war«, sagte Undav jetzt im »Bundesliga-Magazin«, das am Freitag zum Start der neuen Bundesliga-Saison erscheint. Zwar habe er in der Situation keinen besser postierten Mitspieler gesehen. Doch nach Nagelsmanns öffentlicher Bewertung sei der Zweifel geblieben. »War es wirklich meine Schuld?«, fragte der 30-Jährige. Schließlich seien nach der verpassten Gelegenheit noch mehr als 115 Minuten mit der anschließenden Verlängerung zu spielen gewesen.

Undav nach seiner Auswechslung gegen Paraguay mit Nagelsmann

Nagelsmann hatte nach dem Aus die Szene überraschend deutlich bei MagentaTV hervorgehoben und gesagt: »Da stehen wir zu viert alleine vor dem Tor, da müssen wir nur querspielen, dann schieben wir den Ball ins leere Tor. Da chippt der Deniz den irgendwie auf den zweiten Pfosten. Das ist eine ganz einfache Aktion, da war ja nicht viel dahinter.«Ein Telefonat zwischen Trainer und Spieler gab es danach nicht. Nagelsmann habe sich bei ihm nicht gemeldet, sagte Undav – und fügte an: »Nein. Aber das braucht er auch nicht.«