Nach dem Fest ist, zumindest im Frankfurter August, auch immer vor dem Fest: Nach dem Apfelweinfest und dem Goetheturmfest rückt am letzten Augustwochenende die große Feierlichkeit an beiden Ufern des Mains in den Mittelpunkt. Dann lockt das Museumsfest mit Ausstellungen, viel Musik und Kulinarik nicht nur Kulturinteressierte ans Wasser.Zwischen dem Eisernen Steg und der Friedensbrücke erstreckt sich das Fest an beiden Ufern über insgesamt rund sechs Kilometer. Die Veranstalter erwarten für die drei Tage mehr als eine Million Gäste. Besucher können sich auf ein Programm an mehr als 400 Ständen und rund 500 Einzelveranstaltungen freuen, die zu Ehren der Museen stattfinden.28 Frankfurter Museen öffnen an den drei Tagen vom 28. bis 30. August nicht nur ihre Türen, sondern, sofern vorhanden, auch ihre Dachterrassen. Der sogenannte Museumsuferfest-Button, kurz MUF-Button, berechtigt zum Eintritt. Besucher kaufen ihn für sieben Euro in den Museen oder an den verschiedenen Standorten der Tourist-Information. Er berechtigt nicht nur zum Besuch der Museen, sondern auch zum Besuch zahlreicher Sonderausstellungen und zur Teilnahme an Führungen, die Einblicke hinter die Kulissen geben.Frankfurter Musikgeschichte steht im MittelpunktWer nur die Angebote am Ufer nutzt, zahlt keinen Eintritt. Auch ohne Museumsbesuch kommt niemand zu kurz: Auf zwölf Freiluftbühnen präsentieren die Veranstalter mehr als 100 Programmpunkte.Im Mittelpunkt steht die Livemusik. In diesem Jahr führt sie durch die Frankfurter Musikgeschichte. Musikfans sollten die Batschkapp-Bühne ansteuern: Der Musikclub feiert seinen 50. Geburtstag und lädt Bands und Künstler aus der Region ein. Die Batschkapp will möglichst viele Genres abdecken: The Black Cat’s Eye etwa spielen Psychedelic Rock, Nio rappt, und Nico Laska singt Pop. „Die Batschkapp ist Freiraum, Experimentierfeld und Heimat zugleich“, schreibt Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) in einem Grußwort zum Fest. Dies wolle das diesjährige Museumsuferfest feiern, so Josef.Am Freitag um 18 Uhr eröffnet der Oberbürgermeister das Fest. Auf der Adler-Bühne, die Eintracht Frankfurt, die Binding-Brauerei und die Tourismus- und Congressgesellschaft (TCF) gemeinsam bespielen, erwartet die Besucher ein buntes Mitmachprogramm. Die Eintracht bringt eine Torwand und Bastelangebote mit. Präsident Mathias Beck ist bei der Eröffnung zugegen und beantwortet anschließend Fragen. Am Samstag um 13 Uhr diskutieren Eintracht-Vertreter in einer Talkrunde, unter anderem stellt sich der ehemalige Trainer Dragoslav Stepanović den Fragen. Die Adler-Bühne rückt außerdem die Wasserhäuschen mit einer Ausstellung, einer Talkrunde und einem Fotospot ins Rampenlicht. Am Samstag von 15.30 Uhr an können Eintracht-Fans zudem das erste Bundesligaspiel der Saison verfolgen.Ein eigenes Festival direkt am MainAuf den beiden Feinstaub-Bühnen geht es ähnlich stimmungsvoll zu. Mehr als 40 Bands verwandeln am Eisernen Steg das Sachsenhäuser Ufer fast zum eigenen Festivalgelände. Alternative-Rock-Fans, die gerne zu Punk, Metal und Ska tanzen, finden hier ihre Bühne.Ruhiger klingt es bei der Orgel- und der Chormeile, die zum Programm des Museumsuferfests seit über 25 Jahren gehören und nicht mehr wegzudenken sind. Wie schon in den Vorjahren spielen Musiker in den Innenstadtkirchen zu jeder vollen Stunde ein halbstündiges Konzert. Danach bleibt Zeit für einen Spaziergang zur nächsten Station. Musiker treten unter anderem in der Heiliggeist-, der Liebfrauen- und der Dreikönigskirche auf. Die Orgelmeile startet am Samstag um 15 Uhr in St. Leonhard mit Beethovens „Eroica“. Am Sonntag folgt die Chormeile: Zum Auftakt singt „Just Praise“ in der Deutschordenskirche unter der Leitung von Christoph Kuhn sieben Titel.August 2025: Eine Polizeiboot legt am Sachsenhäuser Museumsufer an. Auch in diesem Jahr sind Polizisten auf dem Fest unterwegs.dpaIm Refektorium des Karmeliterklosters spielen Musiker halbstündige Kurzkonzerte. Im Rahmen des Festivals „Klang im Kloster“ des Instituts für Stadtgeschichte führen Musiker auf Instrumenten wie Violoncello und Cembalo vom Mittelalter über den Barock bis zur Klassik durch verschiedene Stile.Auch für die kleinsten Besucher ist gesorgtRasanter geht es am Samstag und Sonntag auf dem Wasser zu, wenn die Drachenboote über den Main brausen. Die Rennen gehören seit jeher zum Museumsuferfest. Den ganzen Nachmittag kämpfen die Teams zwischen dem Holbeinsteg und der Untermainbrücke in Kategorien wie „Mixed Fun“ und „Pink“ um den Sieg. Nach den „Finals“ küren die Veranstalter an beiden Abenden die Gewinner.Auch die Kleinsten finden ein eigenes Programm. Auf dem Abenteuerspielplatz Riederwald toben sie sich am Spielmobil aus. Im Bibelhaus Erlebnismuseum werden sie mittels VR-Brillen in die Welt vor 2000 Jahren versetzt. Darüber hinaus lässt sich an zahlreichen Streetfood-Ständen bei kulinarischen Angeboten aus aller Welt der kleine oder große Hunger stillen.Das Sicherheitskonzept ist im Vergleich zum Vorjahr überarbeitet worden. Neue Durchfahrtssperren werden errichtet, die den Verkehr rund um das Festgelände einschränken. Darüber darf nur die Polizei Drohnen fliegen lassen. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Strafe in Höhe von bis zu 50.000 Euro.Für Familien mit kleinen Besuchern bieten die Veranstalter in diesem Jahr einen besonderen Service: Eltern holen am Stand der Tourismus-Information gelbe Armbänder ab und tragen ihre Mobilnummer darauf ein. So finden sie sich schnell wieder, falls sich die Wege mit den Kindern kurz trennen.Am Sonntagabend beschließt traditionell ein Feuerwerk das Museumsuferfest. Die rund zwanzigminütige Lichtershow beginnt um 22 Uhr. Die Musik dazu widme sich in diesem Jahr der Gastgeberstadt, sagt TCF-Geschäftsführer Thomas Feda: „Das sind Musikstücke, die man kennt. Das ist Weltmusik, die in Frankfurt oder für Frankfurt oder von Frankfurtern produziert oder geschrieben worden ist“, so Feda: „Lassen Sie sich mal überraschen.“Busse und Bahnen fahren öfter und mit mehr PlatzFür das Festwochenende verstärken der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und TraffiQ ihr Angebot: Busse und Bahnen fahren zum Museumsuferfest in dichterem Takt, zudem sind längere Fahrzeuge im Einsatz. Die U 1, U 2 (von/bis Nieder-Eschbach), sowie U 4 bis U 8 verkehren bis gegen 1.30 Uhr alle 15 Minuten. Die Straßenbahnlinien 11, 12, 14, 15, 16, 17 und 18 fahren Freitag und Samstag Nacht ebenfalls bis etwa 1.30 Uhr im 15-Minuten-Takt. Die Metrobuslinie M 36 verkehrt zwischen Eschenheimer Tor und Hainer Weg in dichterem Takt und bietet mit Gelenkbussen mehr Platz. Die U-Bahn-Linien U 4, U 5, U 7 und U 8 fahren die ganze Nacht hindurch. Dies gilt auch für die Straßenbahnlinien 11, 12, 16 und 18. Ebenso sind die acht Metrobuslinien täglich rund um die Uhr unterwegs. Die S-Bahnen fahren die ganze Nacht hindurch, sind jedoch durch Baustellen beeinträchtigt: Statt der S 1 fahren Busse zwischen Frankfurt-Höchst und Wiesbaden, ebenso statt S 8 und S 9 zwischen Kelsterbach und Wiesbaden. Regionale Nachtbusse fahren in den Wochenendnächten von der Konstablerwache nach Hanau über Maintal sowie nach Schöneck über Bad Vilbel. Die Nachtbusse von der Konstablerwache nach Offenbach sowie nach Darmstadt über Neu-Isenburg, Langen und Egelsbach verkehren jede Nacht. Alle Informationen zu Fahrplänen gibt es rund um die Uhr am RMV-Servicetelefon unter der Nummer 069/24248024, in der App RMVgo und online.