Urlaub vom Krieg ist in der Ukraine praktisch unmöglich. Urlaub im Krieg geht aber. Die Sommerferien verbringen viele in den Karpaten. Auch Lwiw und Odessa sind beliebt.
E s riecht nach Nadelwald, nebenan plätschert ein Bergbach. Am oberen Ende der Seilbahn steht ein Jugendlicher mit Schutzhelm und Sicherheitsgurt auf einem Podest. Als er sich in das über ihm gespannte Seil fallen lässt, hört man einen spitzen Freudenschrei. Wenige Augenblicke später ist er mehrere Dutzend Meter den Hang hinabgeschwungen.
Es ist Mitte August, in den ukrainischen Karpaten hängt die Sommerhitze wie eine Glocke über dem Tal des Flusses Tscheremosch. 110 Teenager verbringen zehn Tage in einem Ferienlager nahe dem kleinen Dorf Kryworywna. Einige von ihnen sind extra aus den Ländern zurückgekommen, in die sie vor dem Krieg Russlands gegen die Ukraine geflohen sind.
Von Juni bis Ende August haben auch die Schulkinder in der Ukraine Sommerferien. Menschen machen Urlaub. Und die, die nicht ins Ausland dürfen oder es sich nicht leisten können, suchen nach Erholung im Inland. Der Ausstieg aus dem Alltag wirkt unter den erschwerten Bedingungen noch verlockender. Zu den Hauptzielen gehören die Karpaten, der Westen des Landes mit der Großstadt Lwiw und die Schwarzmeermetropole Odessa.







