Die Deutsche Bahn (DB) gelobt Besserung, bittet die Kunden wegen der zahlreichen Verspätungen aber weiter um Geduld – und die wird weiter enorm auf die Probe gestellt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren dem Staatskonzern zufolge lediglich 58,7 Prozent der Fernzüge pünktlich, im Juli waren es sogar nur 52,6 Prozent.Diese DB-Zahlen geben aber keinen Anhaltspunkt dafür, welche konkreten Züge wie oft betroffen sind. Dies hat das Portal DelayBahn untersucht und die frei zugänglichen Verspätungsdaten der Bahn für den Zeitraum vom 1. Januar bis 24. August analysiert. Dabei wurden allerdings nur Verbindungen (ohne Nachtzüge) berücksichtigt, die mindestens sechs Minuten verspätet waren. Fahrten, die 5:59 Minuten später am Ziel ankommen, wertet die DB als pünktlich.Wie die „Bild“ unter Berufung auf die Auswertung berichtet, sind besonders die Verbindungen zwischen München und dem Ruhrgebiet betroffen. Unter den zehn unpünktlichsten Fernzügen finden sich demnach gleich sechs ICE-Verbindungen zwischen München, Dortmund und Münster. Bahn von Berlin nach Freiburg oft deutlich verspätet Ganz vorn im Ranking liegt demnach der EuroCity-Express (ECE) 199 zwischen Lindau und München: Mehr als vier von fünf Fahrten waren mindestens sechs Minuten zu spät. Bei mindestens 20 Minuten Verspätung liegt dagegen der ICE 526 von München nach Dortmund mit 57,8 Prozent vorn, wie auch bei den Verspätungen von mindestens 60 Minuten: 17,0 Prozent seiner Fahrten kamen eine Stunde oder mehr zu spät.Wenn es um Züge geht, die mehr als eine Stunde später am Zielort ankamen, waren dem Bericht zufolge Reisende aus der Hauptstadt besonders betroffen: Mehr als jede vierte Fahrt (25,9 Prozent) des IC 60408 von Berlin über Freiburg erreichte das Ziel mehr als 60 Minuten verspätet.Beim ICE 620 von München nach Dortmund waren demnach 17,7 Prozent aller Fahrten über eine Stunde zu spät. Beim ICE 526 lag die Quote bei 17,0 Prozent, beim ICE 512 von München nach Münster bei 15,9 Prozent.Die Analyse zeigt, dass von den Verspätungen einige Regionen extrem betroffen sind, während besonders der Norden nicht auftaucht. Dazu zitiert die Zeitung einen DB-Sprecher: „Bei den genannten Zügen sind die Verspätungen vor allem auf die hohe Belastung des Netzes und die stark ausgelasteten Knotenpunkte entlang der Laufwege zurückzuführen. Hier können bereits geringe Störungen zu Folgeverspätungen führen.“Für die vergangenen 30 Tage ergibt sich dem Portal „Reiseporter“ zufolge ein anderes Bild, das am Dienstag über ein Ranking berichtete, das die Zug-App „Railwise“ erstellt hat. Die Pünktlichkeitsquote in diesem Ranking bezieht sich auf alle Halte, die mit weniger als sechs Minuten Verspätung erreicht werden.Die drei unpünktlichsten Züge waren in diesem Zeitraum demnach:ICE 1541 von Köln nach Berlin (durchschnittliche Verspätung: 90 Minuten)In die Halbjahresstatistik der DB für die Unpünktlichkeit fließen im Übrigen ausgefallene ICE- und IC-Züge gar nicht ein – und das waren acht Prozent, wie gerade aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervorging, über die die Agentur dpa berichtete.3,6 Prozent davon fielen demnach ersatzlos aus. Die meisten Fahrgäste hätten alternative Verbindungen nutzen können, so die Bahn. Als Gründe für die Einschränkungen nannte die DB unter anderem den Wintereinbruch im Januar und die Hitze im Juni.Den Vorwurf, Ausfälle und Verspätungen hätten oft mit Problemen an den Fahrzeugen zu tun, wies der Konzern zurück. „Technische Störungen an den Zügen selbst, etwa bei Antrieben, gingen dank der jünger gewordenen Fahrzeugflotte zwischen 2019 und 2025 um über 50 Prozent zurück“, teilte die Bahn mit.
Analyse von Bahn-Daten: Fernzüge auf Achse München–Ruhrgebiet sind am häufigsten verspätet
Wer aus dem Westen mit der DB in den Süden will, braucht einem Bericht zufolge oft besonders viel Geduld. Eine Auswertung zeigt auch, bei welchem Zug Reisende aus Berlin mehr Zeit einplanen sollten.











