Mit vier Punkten vor der CDU führt die Linkspartei derzeit die Umfragen in Berlin an. Macht sie keine großen Fehler, ist ihr der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen.

Abfeiern: Spitzenkandidatin Elif Eralp (M.) auf dem Linken-Landesparteitag im April

Fabian Sommer/picture alliance

Drei Wochen bevor der demokratische Sozialist Zohran Mamdani im November vergangenen Jahres, getragen von einer Euphoriewelle, zum Bürgermeister von New York gewählt wurde, nominierte die Berliner Linke Elif Eralp zu ihrer Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl. Das Vorstellungsvideo, in dem Eralp ihre Aufstiegsgeschichte nachzeichnet, war wie aus dem Mamdani-Playbook: Hier kommt eine, die das Leben kennt und die Politik vom Kopf auf die Füße stellen wird – für die arbeitende Mehrheit und nicht die vermögende Minderheit.

Eralp und die Linke versuchen seitdem, möglichst viel vom Erfolgsrezept von Übersee nach Berlin zu holen. Neben der audiovisuellen Vermarktung ihres Wahlkampfes ist das vor allem die Fokussierung auf wenige Kernbotschaften und das strikte Vermeiden, sich in Kulturkämpfe verstricken zu lassen. Die CDU redet übers Gendern – Eralp antwortet mit der Mietenfrage. Die CDU macht den Antisemitismusvorwurf – Eralp spricht über die Rechte aller hier lebender Menschen. Offen benennt sie auch die Strategie dahinter: Es gehe um eine „verbindende Erzählung“.