Da ist der Dänenprinz ja schon wieder! Es ist ein gutes Jahr her, da hat der Regisseur Armin Petras am Staatstheater Cottbus Shakespeares „Hamlet“ hergenommen, um nah an der Stadt und ihren Problemen von Niedergang und Lähmung, Aufbruch und Ausbeutung zu erzählen – und von der Ohnmacht des zugleich aktivistisch-destruktiven Titelhelden, gespielt von Johannes Scheidweiler, der alle nervt mit seinem heißen Blick auf den Systemübergang der Wendezeit und die damit verbundenen Folgen von Deindustrialisierung, Bevölkerungsschwund und Alterung.
Seit 2020 leistet sich die namensgebende Region in Brandenburg und Sachsen, in der das Geld für kulturelle Institutionen knapp ist, das Lausitz-Festival, um den hiesigen Strukturwandel, den besagter Hamlet bei Petras so sarkastisch kritisiert, kulturell zu begleiten. Angestrebt sind überregionale, ja internationale Sichtbarkeit, aus der ein neues Selbstbewusstsein erwächst. Finanziert wird es überwiegend aus Strukturwandel-Mitteln des Bundes und von den Ländern.
Es gab Stunk, weil sich die regionale Kulturszene überrollt sah und die ersten Ausgaben als elitär und nach städtischen Kulturtouristen schielend empfunden wurden. Seitdem wird sich redlich bemüht, den Spagat zwischen weit ausstrahlender Hochkultur und regionaler Bezugnahme hinzubekommen und zugleich die Besucherzahlen zu erhöhen. Das ist gelungen: 2023 kamen rund 7300 Besucher, 2024 mehr als 10.000 und 2025 rund 15.000. Gleichzeitig sank zuletzt der Etat von vier auf drei Millionen Euro. Aber bitte nicht gleich zum Taschenrechner greifen, liebe Milchmädchen, und ausrechnen, wie viel Subventionen da pro Nase geflossen sind. Die indirekten Effekte auf die Wirtschaft, auf die Stimmung, auf die kulturelle Infrastruktur lassen sich nicht beziffern.








