PfadnavigationHomePanoramaKabarettist vor Comeback-Tour„Ich mache Dinge jetzt sofort“ – Torsten Sträter über das Leben nach der KrebsdiagnoseStand: 10:52 UhrLesedauer: 3 MinutenTorsten Sträter, hier im Jahr 2024Quelle: Christian Charisius/dpaTorsten Sträter steht nach überstandener Tumor-Therapie demnächst wieder auf der Bühne. Sprechen will er dort über das Leben, aber „keine Tumorgeschichte“ erzählen, so der 59-jährige Kabarettist.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenComedian Torsten Sträter will seine überwundene Krebserkrankung nicht zum Stoff für sein neues Bühnenprogramm machen. „Ich will keine Tumorgeschichte erzählen“, sagte der 59-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).„Erst mal kennt das jeder Dritte aus seinem Umfeld und erfährt dann nur, dass ich die gleichen Ängste und Schmerzen habe wie alle anderen auch. Das will ich nicht.“ Er wolle schließlich unterhaltsam sein. „Aber zu dieser Mischung aus schwerer Erkrankung und Unterhaltung fehlt mir noch die Idee“, sagte Sträter.Der in Dortmund geborene Comedian hatte zu Jahresbeginn wegen einer Tumordiagnose seine Auftritte absagen müssen. Im Mai war er dann auf die Bühne zurückgekehrt. Ab September geht er mit neuem Programm auf Tournee.Veränderter Blick aufs LebenGerade sei seine Erkrankung nicht da, sagte er dem RND. Angesprochen auf das Älterwerden, berichtete Sträter, dass ihm in diesem Jahr viele Sachen bewusst geworden seien. Er brauche gar nicht viel zum Glücklichsein: „Ein bisschen Stille, ein bisschen geliebte Menschen um mich herum, ein bisschen einen guten Film im Kino sehen, ein bisschen Autofahren.“ Wie gerne er Letzteres tue, sei ihm erst aufgefallen, nachdem er es sechs Wochen lang nicht durfte.Nach der Diagnose habe er zudem einen anderen Blick auf das Leben: „Ich mache Dinge jetzt sofort, die ich früher gern verzögert habe. Und ich kann mich neuerdings aufraffen, Dinge sofort zu machen, um mich selbst mit Erinnerungen anzufüllen und Dinge geregelt zu bekommen“, so Sträter. Das gehe „von der Fahrradtour“ über „ins Kino gehen“ bis zu einem „speziellen Menschen“ treffen.Lesen Sie auchOhnehin lebe er mittlerweile lieber im Hier und Jetzt, so der gebürtige Dortmunder: „Ich frage mich jeden Tag mehrfach, wie es mir geht, um den Moment zu feiern, in dem es mir gut geht. Und gerade ist es wirklich gut. Die spielen zwar diese ärgerliche, nichtssagende Fahrstuhl-Goa-Trance-Musik hier am Pool, aber darüber muss ich hinweghören“, scherzte er im Gespräch mit den Interviewern. Der 59-Jährige zählt zu den erfolgreichsten Kabarettisten Deutschlands. Für sein Live-Programm wurde er 2024 mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet. 2022 erhielt er zusammen mit Kurt Krömer einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung für ein TV-Gespräch über Depressionen.Gefragt wird der Entertainer und Buchautor dann auch, ob sein anstehender 60. Geburtstag – Anfang September, kurz vor Tourstart – besondere Gefühle in ihm auslöse. „Ja, es ist gut, dass ich 60 werde. Mein großer Bruder hat das nicht geschafft. Den musste ich an seinem 60. Geburtstag beerdigen. Es ist für mich ein kleiner Meilenstein, 60 zu werden. Und falls Sie sich fragen, was ich an dem Tag mache: nichts. Ich ziehe mir eine Hose an und wenn mir jemand einen Kuchen backt, esse ich als Diabetiker ein Stück und behalte meinen Blutzucker im Auge.“krott