Wolodymyr Selenskyjs Präsidialamt könnte tiefer in die jüngste Korruptionsaffäre in der Ukraine verwickelt sein als bislang bekannt. Das ukrainische Medium „Hromadske“ berichtet über neue Details aus abgehörten Gesprächen. Demnach wird der Leiter des Präsidialamts und frühere Chef des Militärgeheimdienstes HUR, Kyrylo Budanow, in den Unterhaltungen mehrfach erwähnt, in einem Fall sogar selbst aufgezeichnet.In einer Aufnahme soll Budanow selbst zu hören seinHaluschtschenko selbst wird verdächtigt, an einem Korruptionssystem rund um das staatliche Energieunternehmen Energoatom beteiligt gewesen zu sein. Im November 2025 machten die Antikorruptionsbehörden ihre Ermittlungsergebnisse dazu öffentlich. Damals verlor neben Haluschtschenko noch eine weitere Ministerin ihren Job. Zwei andere Verdächtige aus dem früheren Umfeld des Präsidenten flohen nach Israel, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Später wurde auch der damalige Präsidialamtschef Andrij Jermak verdächtigt, Selenskyj trennte sich von ihm. Bis heute wurde in dieser Affäre zwar niemand rechtskräftig verurteilt, die politischen Auswirkungen aber waren enorm.Jermaks Nachfolger rückt durch die Geldwäscheermittlungen nun ebenfalls ins Schlaglicht. In den Aufnahmen ist laut „Hromadske“ mehrfach von einer Person mit Budanows Vornamen und Patronym die Rede, der den abgehörten Personen zufolge Geld entgegengenommen habe oder der Geschäftsführung der involvierten Bank Anweisungen erteilt habe. In einer Aufnahme soll sogar Budanow selbst zu hören sein, wie er sich bei einem der Verdächtigen bedankt. Aus rechtlichen Gründen sind die Nachnamen in den Protokollen geschwärzt. Gegen Budanow selbst wird derzeit nicht ermittelt.Dennoch wird es für Präsident Selenskyj durch derartige Details immer schwieriger, vom Spielfeldrand aus Aufklärung zu fordern. Der Leiter des Präsidialamts ist zwar nicht Teil des Kabinetts, gilt aber als mächtiger als die meisten Minister.