Nach der Betriebsversammlung mit VW-Konzernchef Oliver Blume bleibt die Belegschaft im Werk Zwickau mit vielen offenen Fragen zurück. Zwar gab es ein Bekenntnis zum Standort und Zusagen zur Einhaltung bestehender Verträge bis 2030, konkrete Produktentscheidungen und eine belastbare Perspektive für die Zeit danach, auf die viele Beschäftigte gehofft hatten, fehlten jedoch.
Die Stimmung nach der zweistündigen Betriebsversammlung im VW-Werk Zwickau war angespannt, aber nicht aufgeheizt, wird berichtet. Rund 3500 Beschäftigte waren nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall dabei. In der warmen, stickigen Halle hörten sie ein „Feuerwerk an Zahlen, Daten und Fakten“, sagte IG Metall-Betriebsratsreferent Martin Lehmann. Viele vermissten jedoch die Antworten, auf die sie gehofft hatten.
„Abwarten, mehr kann man nicht sagen“, sagt ein Mitarbeiter nach der Veranstaltung, als er eiligen Schrittes in Richtung seines Autos hastet. Eine berufliche Umorientierung komme für ihn nicht infrage: „Ich glaube an den Standort hier in Zwickau.“ Die Verbundenheit mit dem Werk ist bei vielen Beschäftigten groß. Für seine Kollegin Madeleine Taubert, die seit 22 Jahren in Zwickau arbeitet, ist das Werk „ein Stück Zuhause“. Sie versuche, diese Haltung auch an andere Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben, denn seit März ist sie gewählte Betriebsrätin.










