Marinedrohnen vor Rumänien, Warnsignale an London: Russland verstärkt die Drohkulisse gegenüber EuropaMoskau testet die Verteidigungsbereitschaft von Nato und EU mit verschiedensten Mitteln – und denkt sogar laut über Angriffe nach. Auf die diffuse Bedrohung aus Russland ist Europa noch immer schlecht vorbereitet.27.08.2026, 05.30 Uhr5 LeseminutenEin Schiff verlegt vor der rumänischen Küste Leitungen für die Offshore-Plattform Neptun Deep. In der Nähe der Anlage wurde am 20. August eine Marinedrohne zerstört.George Calin / Inquam Photos via ReutersDer Vorfall sorgte kaum für Schlagzeilen, hätte aber katastrophale Folgen haben können: Am 20. August wurde vor der Küste Rumäniens eine mit Sprengstoff ausgestattete Marinedrohne entdeckt – nur wenige hundert Meter von der Offshore-Förderplattform Neptun Deep entfernt, auf der sich Hunderte Arbeiter befinden. Die Anlage soll 2027 den Betrieb aufnehmen und Rumänien zum grössten Produzenten von Erdgas in der EU machen. F-16-Kampfjets zerstörten das unbemannte Gefährt, bevor es Schaden anrichten konnte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.War die Marinedrohne im Schwarzen Meer vom Kurs abgekommen? Oder war sie vielmehr im Begriff, einen Angriff auf Neptun Deep auszuführen? Der rumänische Präsident Nicusor Dan jedenfalls beschuldigte Russland, die kritische Infrastruktur seines Landes zu gefährden, und verurteilte die «Intensivierung von unverantwortlichen Vorfällen». Auch die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer «eskalierenden Bedrohungskampagne» durch Russland.Moskau hat sich bisher nicht zu der Episode geäussert. Doch es war bei weitem nicht der einzige Vorfall in der jüngeren Vergangenheit, der mutmasslich die Handschrift des Kremls trägt. In den vergangenen Wochen hat Russland Europa sowohl militärisch als auch rhetorisch zunehmend herausgefordert.Dieses Bild zeigt laut dem rumänischen Verteidigungsminister Radu Miruta die Zerstörung einer russischen Drohne im Schwarzen Meer.Radu Miruta via Facebook / HandoutEine russische DrohnenkampagneDabei scheint gerade das EU- und Nato-Land Rumänien im Fokus zu stehen. Allein Ende Juli mussten rumänische Kampfjets innerhalb von drei Tagen drei mutmasslich russische Kamikazedrohnen abschiessen. Im August drangen mindestens zwei weitere Drohnen in den rumänischen Luftraum ein.Auch die Moldau verzeichnete im August zwei ähnliche Vorfälle. Bereits Ende Juli schlug während eines russischen Grossangriffs auf die Ukraine ein Flugkörper auf polnischem Gebiet ein – laut Warschau handelte es sich um einen Marschflugkörper vom Typ Ch-101. Und am 20. August meldete das Verteidigungsministerium in Helsinki eine mutmassliche Verletzung des finnischen Luftraums durch ein russisches Militärflugzeug.❗️A Russian Kh-101 cruise missile fell in Poland during a night strike on Ukraine, leaving a large crater between the villages of Tarnawa-Kolonia and Tokary in the Lublin Voivodeship, about 100 km from the border. pic.twitter.com/F22H0ycUVv— 🪖MilitaryNewsUA🇺🇦 (@front_ukrainian) July 30, 2026
Marinedrohnen und Drohungen: Russlands neue Strategie gegen Europa
Moskau testet die Verteidigungsbereitschaft von Nato und EU mit verschiedensten Mitteln – und denkt sogar laut über Angriffe nach. Auf die diffuse Bedrohung aus Russland ist Europa noch immer schlecht vorbereitet.








