Startseite

Unternehmen

Auto

Volkswagen: VW-Chef Blume in Emden – „Kämpfen um Beschäftigung für unsere Standorte“ VW-Chef Oliver Blume stellt sich in Emden den Fragen der Belegschaft. Angesichts des Spardrucks soll es auch im Management spürbare Einschnitte geben.

Ein Banner vor dem Volkswagen-Werk in Emden. Foto: Lars Penning/dpaVW-Konzernchef Oliver Blume hat sich bei der Belegschaft Emden zur schwierigen Lage des Werks geäußert. „Wir messen uns mit den besten Standorten Europas – mit dem Ziel, dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit unseres Konzerns zu sichern“, sagte Blume in Ostfriesland.Zugleich sicherte er seine Unterstützung zu. „Sollte sich trotz aller Anstrengungen am Ende zeigen: Eine Nachbelegung ist nicht möglich, dann endet unsere Verantwortung nicht“, betonte der VW-Chef. „Wir kämpfen um industrielle Perspektiven und um Beschäftigung für unsere Standorte.“Darum steht das VW-Werk Emden unter DruckIhm zufolge betragen die Arbeitskosten aber mehr als das Doppelte vergleichbarer europäischer Standorte, und bei den Fabrikkosten liegen andere Werke deutlich günstiger. „Das ist kein Vorwurf, es ist die Realität, an der wir uns messen lassen müssen“, kommentierte Blume. Er kündigte einen anhaltenden Sparkurs an: „Der Weg ist noch nicht zu Ende.“Blume landete am Morgen mit einem Flieger von VWs Air Service auf dem Flugplatz in Ostfriesland.Oliver Blume kam am Mittwochmorgen am Flugplatz mit einer Pilatus PC-24 des Tochterunternehmens Volkswagen Air Service in Emden an. Foto: Lars Penning/dpa„Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen“, betonte der VW-Chef. Er hatte zuvor angekündigt, die Kapazitäten in den Konzernwerken in Europa um 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu senken.Demonstranten stehen am Rande des Flugplatzes. Foto: Lars Penning/dpaVW hatte Milliarden in Emden investiertBetriebsrat und Gewerkschaft hatten in Emden schon im Juli mit Protesten auf die Berichte über verschärfte Sparpläne des Konzerns reagiert. Die Verwunderung darüber, dass das Werk Emden auf der Kippe stehen soll, war groß. Denn schon Ende 2024 war dort der letzte Verbrenner vom Band gelaufen.Inzwischen baut VW in Emden nach einer Milliardeninvestition in sein Werk ausschließlich E-Autos wie den ID.7. In dem Werk arbeiten rund 7700 Beschäftigte. Der Standort gilt in Ostfriesland als der wichtigste industrielle Arbeitgeber.Mitarbeiter ziehen nach der Betriebsversammlung über das Gelände des Werks in Emden. Foto: Lars Penning/dpaVW will Management um ein Viertel verkleinernAngesichts des Spardrucks bei Volkswagen soll es auch im Management spürbare Einschnitte geben. Man schaue dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte Konzernchef Blume in Emden. „Alle Bereiche müssen ihren Teil beitragen; es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann“, sagte er.Mit Blick auf den drohenden Stellenabbau insgesamt sagte er, dass es in einem nächsten Schritt insbesondere um die Kosten außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion gehe – also: Konzernstellen, zentrale Funktionen, Entwicklung oder Vertrieb.Auch in Zwickau wird um den Standort gebangtNach Emden sollte Blume weiter nach Zwickau reisen, wo ebenfalls um den Standort gebangt wird. Noch eher als Emden galt die Fabrik dort als Pionier der Elektromobilität bei Volkswagen: Seit 2020 werden ausschließlich E-Autos gebaut. Zuletzt sank die Zahl der Beschäftigten in Zwickau aber schon von rund 11.000 auf aktuell noch etwa 8000. Mehr als 1000 weitere Jobs werden in den nächsten Jahren planmäßig wegfallen, 2027 soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.Vor Blumes Besuch in Zwickau demonstrierten dort am Werk sowohl VW-Mitarbeiter als auch Beschäftigte von Zulieferern für eine Zukunft des Standorts. „Mama, hast du in 5 Jahren noch Arbeit?“ hieß es auf einem der Plakate, „Vereint für unsere Zukunft kämpfen“ auf einem anderen.In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert. „Wir waren das einzige deutsche Werk 2025, das die Fabrikkostenziele erreicht hat. Und das werden wir auch 2026.“ Die Menschen vor Ort bräuchten eine Perspektive, mahnte er.Mit dem Motorenwerk in Chemnitz und der Gläsernen Manufaktur in Dresden hat Volkswagen zwei weitere Standorte in Sachsen. Dort wird Blume an diesem Donnerstag erwartet. In Dresden werden bereits keine Fahrzeuge mehr produziert. dpa, dpa-AFX, rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick