Ohne Neubau fehlt Platz für Migrant:innen. So wird der Wohnungsmangel laut einer Branchen-Studie zu einem doppelten Negativfaktor für die Konjunktur.

Neubau, Altbau, Hauptsache vier Wände und ein Dach drüber

Bernd Weißbrod/dpa

Manchmal entpuppen sich zunächst recht staubig klingende Themen als Grundlage für eine scharfe Analyse der gesamtgesellschaftlichen Lage. So zum Beispiel beim „Baumonitor 2026“, den der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel am Mittwoch vorgestellt hat. Statt der erwartbaren Klage einer darbenden Branche – die natürlich nicht ausblieb – gab es einen starken Appell für eine neue Migrationspolitik. Mit einer klaren These: Deutschland braucht mindestens 350.000 Zu­wan­de­r:in­nen pro Jahr, sonst geht die Wirtschaft bald baden. Und für die Sozialsysteme reicht es auch nicht.

Die Studie für den Bundesverband hat das Pestel-Institut erstellt, das sich schon seit langem mit der Lage auf dem Wohnungsmarkt befasst. Dessen Leiter Matthias Günther beklagte, dass sich die Bauwirtschaft in einer dramatischen Lage befinde. Der Wohnungsmarkt habe zwar auf die vor allem durch die Kriege in Syrien und der Ukraine gestiegene Zuwanderung reagiert, aber nicht im angemessenen Maße. Insgesamt fehlten in Deutschland aktuell 1,35 Millionen Wohnungen, so Günther. Und ein Ende der Wohnungsknappheit sei „überhaupt nicht in Sicht“.